Grüne fordern von Tiwag mehr Fairplay

Innsbruck – Der Rückzug der von den Grünen in den Tiwag-Aufsichtsrat entsandten Expertin Regula Imhof hat eine Debatte über die Position der...

© Thomas Boehm / TT

Innsbruck –Der Rückzug der von den Grünen in den Tiwag-Aufsichtsrat entsandten Expertin Regula Imhof hat eine Debatte über die Position der Grünen zum Wasserkraftausbau ausgelöst. Die ehemalige stellvertretende Generalsekretärin der Alpenkonvention übte Freitag scharfe Kritik an den Großprojekten wie die Erweiterungen von Sellrain-Silz oder Kaunertal. Die Volkspartei erinnerte die Grünen wiederum an das Koalitionsübereinkommen. In der ÖVP wächst nämlich der Unmut über die zögerliche Haltung des Koalitionspartners.

Der grüne Energiesprecher und Landtagsvizepräsident Hermann Weratschnig stellt trotz der Kritik klar: „Es geht was weiter und es ist falsch zu behaupten, die Grünen seien gegen den ökologischen Ausbau der Wasserkraft. Sie ermöglicht einen rascheren europaweiten Ausstieg aus der Atomkraft. Tirol hat mit einem bereits sehr hohen Anteil an erneuerbarer Energie eine besondere Verantwortung. Bereits in Umsetzung befinden sich die Kraftwerksprojekte GKI, Kirchbichl und Prutz. Das Kraftwerk Finsingbach ist eröffnet.“ Unbestritten ist für Weratschnig, dass der Ausbau von Sellrain/Silz für den Landesenergieversorger Tiwag und die Tiroler Energieautonomie ein wichtiges Projekt sei, das in transparenten und objektiven Umweltverfahren abgewickelt werde.

Der Tiwag wirft Weratschnig aber Fehler im Umgang mit berechtigten Sorgen und Einwänden der Bürger vor. „Bei allen größeren Projekten sind allerdings die BürgerInnen rechtzeitig und umfassend einzubinden. Das wurde von der TIWAG zu wenig berücksichtigt und führt zu berechtigtem Protest.“ Von der Tiwag erwarte sich Weratschnig „mehr Partnerschaftlichkeit, Fairplay und Flexibilität“.

Gleichzeitig drängt der grüne Energiesprecher auf eine Solaroffensive, um den Strommix auf mehrere Standbeine zu stellen. „Mit einem Prozent Photovoltaik Anteil am Strommix ist in Tirol noch viel zu tun. Unser Landesenergieversorger soll dabei die führende Rolle übernehmen. Ein neuer Geschäftszweig TISOLAR ist längst überfällig.“ Der Tanker Tiwag müsse flexibler werden.

Die aus dem Tiwag-Aufsichtsrat zurückgetretene Regula Imhof betonte am Sonntag, dass sie keineswegs dem Kraftwerk Tumpen/Habichen zugestimmt habe. Der Aufsichtsrat habe den Vorstand lediglich ermächtigt, dem zukünftigen Baubeschluss die Zustimmung zu erteilen, sofern alle erforderlichen behördlichen Bewilligungen rechtskräftig vorliegen und alle gemäß Rahmenvereinbarung erforderlichen Voraussetzungen erfüllt seien. „Der tatsächliche Baubeschluss durch die zuständigen Gremien ist ja wohl u. a. auch mangels Erfüllung dieser Rahmenbedingungen noch nicht gefällt und aufgeschoben worden.“ (pn)


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