EZB-Direktorin fordert mehr Reformen beim Insolvenzrecht

Frankfurt (APA/Reuters) - EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger hat zu weiteren Reformen beim Insolvenzrecht in den Euro-Ländern aufgerufen. ...

Frankfurt (APA/Reuters) - EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger hat zu weiteren Reformen beim Insolvenzrecht in den Euro-Ländern aufgerufen. Dadurch würden Hemmnisse für Investitionen und Wachstum beseitigt, sagte Lautenschläger am Sonntag in Lima auf dem internationalen Bankenseminar der G30-Gruppe laut Redetext.

„Ich glaube, solche Reformen - wenn die Anstrengungen, sie umzusetzen, weitergehen - werden uns helfen, das aktuelle Problem der hohen Verschuldung des Privatsektors zu überwinden“, sagte sie. Nach wie vor seien viele Länder wegen der zu hohen öffentlichen und privaten Verschuldung verwundbar. „Das beinhaltet eine begrenzte Fähigkeit, negativen externen Schocks zu widerstehen.“

Lautenschläger kritisierte in diesem Zusammenhang die vielen unterschiedlichen Regelungen und die Dauer der Abwicklung von Insolvenzfällen. In der Slowakei etwa dauere es im Schnitt vier Jahre, einen Fall abzuarbeiten, in Portugal zwei Jahre. „Und in Irland dauert das weniger als fünf Monate“, führte sie aus.

Lautenschläger zufolge sind in der Eurozone bisher vor allem formelle Insolvenzverfahren verbreitet. Freiwillige außergerichtliche Restrukturierungen könnten hier eine schnelle und weniger kostspielige Alternative sein. Einige Länder wie Spanien, Italien und Portugal hätten bereits ihr Insolvenzrecht abgeändert, um eine raschere Rettung von noch lebensfähigen Firmen zu ermöglichen.

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~ WEB http://www.ecb.int ~ APA103 2015-10-12/09:27


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