Bezirk Reutte

Nur noch 3,1 Prozent ohne Arbeit

Das Außerfern hält weiterhin die Spitzenposition am Arbeitsmarkt. Für über 45-Jährige wird es aber immer schwerer, Arbeit zu finden.

Von Simone Tschol

Außerfern –Mit im Tirolvergleich guten Zahlen wartet das Außerfern auf, was die Arbeitslosigkeit betrifft. Betrug die Arbeitslosenquote mit Ende August gerade einmal drei Prozent, so ist sie auch im September nur unwesentlich gestiegen. Laut AMS-Leiter Klaus Witting hält der Bezirk auch weiterhin die Spitzenposition. „Wir haben mit 3,1 Prozent sicher die mit Abstand geringste Arbeitslosenquote in Tirol.“ Im Bezirksvergleic­h auf Platz zwei rangiert Kitzbühe­l. Hier dürfte sich laut Witting der September bei 3,7 Prozent einpendeln.

Auch gegenüber dem Vorjahr konnte die Arbeitslosigkeit im Bezirk Reutte mit 472 Jobsuchenden (-40) gesenkt werden. Witting: „Das gute Wetter führte dazu, dass die Hotellerie- und Gastronomiebetriebe noch weitgehend geöffnet haben. Positiv ist zudem festzustellen, dass auch die Industriebetriebe im Bezirk mit der Auftragssituation zufrieden sind.“

Jubel bricht bei Witting dennoch keiner aus. „Vor allem bei den älteren Personen nimmt die Arbeitslosigkeit zu. Wir haben zum Beispiel 13 Leute, die 45 oder älter sind und bereits über ein Jahr arbeitslos sind, weitere 27 zwischen einem halben und einem Jahr.“ Zum einen ortet Witting die Probleme in der sinkenden Bereitschaft von Betrieben, ältere Personen einzustellen, zum anderen im erschwerten Zugang zur Berufsunfähigkeitspension und der demographischen Entwicklung an sich. „Es gibt einfach mehr ältere Menschen.“

In der Altersgruppe der bis 25-Jährigen sinkt die Zahl der Arbeitslosen. Hier wirke sich der demographische Wandel positiv aus und ermögliche mehr Perspektiven. „Nur bei den kaufmännisch Ausgebildeten ist es schwierig. Der Bankensektor nimmt fast niemanden mehr auf. Gerade Absolventen der Handelsschule haben größte Probleme, einen Job zu bekommen.“ Zahlen machen es deutlich: Bei den Büroberufen stehen 9 offene Stellen 54 Jobsuchenden gegenüber.

Im September wurden 279 offene Stellen (62 weniger als im Vorjahr) neu gemeldet.