Tirol

Gedenken an Wiedertäufer

Pilgram Marpeck verließ 1528 fluchtartig Rattenberg.
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Rattenberg, Innsbruck – Geschichtsbücher berichten vom Tod von 71 Wiedertäufern in Rattenberg im 16. Jahrhundert. Sie wurden hart verfolgt, ...

Rattenberg, Innsbruck –Geschichtsbücher berichten vom Tod von 71 Wiedertäufern in Rattenberg im 16. Jahrhundert. Sie wurden hart verfolgt, weil sie wesentliche Grundlagen von Staat, Kirche und Gesellschaft ablehnten. Obendrein praktizierten sie die Erwachsenentaufe. Einer der führenden Vertreter war Jakob Hutter, der 1536 vor dem Goldenen Dachl in Innsbruck auf dem Scheiterhaufen endete. In Rattenberg starb Lienhart Schiemer, der Vorsteher der Täufergemeinde. Er wurde im Jänner 1528 im Halsgraben am Oberen Schloss geköpft. Zur Erinnerung an ihn und den Rattenberger Pilgram Marpeck, der als Bergrichter agierte und dann fliehen musste, wurden zwei Tafeln in Rattenberg angebracht. Eine davon ist am Schwarz-Haus in der Südtirolerstraße, die andere beim zweiten Tor der Burganlage. Sie werden heute in einem kleinen Festakt enthüllt. Die Initiative dazu kam vom Hutterer-Arbeitskreis.

Am Goldenen Dachl in Innsbruck wird heute, zum Gedenken an Jakob Hutter, ebenfalls eine erneuerte Gedenktafel enthüllt. Dem Festakt werden neben Vertretern der Stadt und des Hutterer-Arbeitskreises auch Edward und Judith Kleinsasser beiwohnen: Sie gehören der Hutterer-Glaubensgemeinschaft, konkret der „Crystal Spring Colony“ im kanadischen Manitoba, an. (zw, md)

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