Tirol

Wer wird in Kufstein künftig Falschparker strafen?

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In der Festungsstadt ist eine Diskussion entbrannt, ob wie bisher die „G4S“ die Parkraumüberwachung macht oder doch die Stadtpolizei.

Von Michael Mader

Kufstein –Nachdem die Kufsteiner Stadtpolizei von zehn auf zwölf Mitarbeiter und eine Halbtagskraft aufgestockt worden ist, hat der Kufsteiner Stadtrat beschlossen, den Vertrag mit der Firma „G4S“ mit Februar 2016 aufzukündigen. Die beiden Mitarbeiter der „G4S“ führen derzeit die Parkraumüberwachung in der Festungsstadt durch. Künftig soll dies jedoch die Stadtpolizei erledigen.

Die Entscheidung ist aber nicht ganz unumstritten: Gemeinderat Andreas Falschlunger (Grüne) glaubt, dass der Beschluss eine Verschlechterung bringen wird, und stellt einen Antrag, die Kündigung aufzuheben: „Die von Vizebürgermeister Richard Salzburger (ÖVP) dargelegte Behauptung, dass durch einen Wechsel der Parkraumüberwachung von einer privaten Firma hin zur Stadtpolizei mit einem Ende des Wildparkens zu rechnen sei, ist nicht nachvollziehbar.“ Die beiden Bediensteten der „G4S“ würden zusammen täglich 30 Kilometer an Wegstrecke zurücklegen, seien 70 Stunden pro Woche nur für die Parkraumbewirtschaftung im Einsatz und offensichtlich ausgelastet. Die Zahl der Strafmandate stieg von 2013 auf 2014 um 600 Stück, die „G4S“ arbeite kostendeckend.

Falschlunger meint, dass die Stadtpolizei kaum dieses Pensum der „G4S“ übernehmen könne.

Bürgermeister Martin Krumschnabel (Parteifreie) glaubt an Synergieeffekte: „Wenn die Stadtpolizei die Parkraumüberwachung übernimmt, wird natürlich auch ihre Präsenz in der Stadt weiter verstärkt. Gleichzeitig können sich die Polizisten natürlich auch andere Sachen anschauen.“ Trotzdem ist er dem Vorschlag Falschlungers nicht abgeneigt und würde persönlich einen Kompromiss vorziehen: „Wir könnten uns einen zivilen Mitarbeiter bei der Stadtpolizei einsparen, der erst noch hinzukommen soll, und dafür mit einem Mitarbeiter der G4S weitermachen.“ Die Aufstockung der Mannschaft bei der Stadtpolizei habe nämlich den erwünschten Vorteil gebracht, dass die Wache rund um die Uhr mit zwei Personen besetzt sei.

Eile sei keine angebracht, der Vertrag laufe noch bis Februar 2016. Derzeit schaue es aber nicht nach einer Mehrheit für den Verbleib der Firma „G4S“ aus. „Wir werden darüber aber sicher noch Gespräche führen. Vermutlich wird das auch Teil der kommenden Budgetgespräche sein“, sagt Krumschnabel.