Wintersperre von Stiege sorgt für Kritik

Innsbrucks Vize-BM Pitscheider möchte prüfen, ob die Treppe zwischen Speckweg und Höttinger Au im Winter auf eigene Gefahr benützbar sein soll.

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Von Michael Domanig

Innsbruck –2014 errichtete die Stadt Innsbruck am Hang zwischen Anna-Stainer-Knittel-Weg und Speckweg um 340.000 Euro eine aufwendige Stiegenanlage. Damit erfüllte sich für die Höttinger Bevölkerung ein langgehegter Wunsch: Der Fußweg von der Kreuzung Speckweg/Sonnenstraße bis zum Stadtteilzentrum „west“ in der Höttinger Au verkürzte sich durch die futuristisch anmutende Metallstiege mit 230 Stufen um mindestens einen Kilometer. „Aber leider nicht das ganze Jahr über“, ärgert sich Gerda Egger, die in der Höttinger Au lebt und die Stiege regelmäßig nützt. Tafeln an beiden Enden der Treppe erklären, dass dort kein Winterdienst stattfindet – und das Betreten „bei Schneefall und Eisglätte“ verboten ist. Vorigen Winter sei zusätzlich ein Absperrgitter montiert worden, berichtet Egger. „Und es wurde den ganzen Winter über belassen, auch wenn das Wetter schön und die Treppe folglich schnee- und eisfrei war.“ Dabei verfüge die Treppe über einen „guten, trittfesten Gitterboden“ und Handläufe an beiden Seiten. Damit sei sie jedenfalls sicherer als der Umweg über den Speckweg, der „schon ohne Schnee extrem eng ist, mit rasantem Autoverkehr in beide Richtungen“. Schüler vom Gymnasium in der Au seien im Winter teilweise sogar über die Absperrung geklettert, um den Unterricht nicht zu versäumen, erzählt Egger. Ihr Vorschlag: Die Stadt solle ein Schild mit dem Inhalt „Kein Winterdienst – betreten auf eigene Gefahr“ aufstellen und die „mündigen Bürger“ so in die Eigenverantwortung entlassen.

Die zuständige Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider erklärte im TT-Gespräch, sie wolle diese „Anregung gerne aufnehmen“ und „prüfen lassen“. Das Problem seien aber „überbordende Haftungsfragen, mit denen alle Städte und Gemeinden zu kämpfen haben“. Um solche Haftungen auszuschließen, müsse man „oft sehr rigoros vorgehen – was mich auch nicht freut“, so Pitscheider. „Auch ich wäre für Eigenverantwortung, aber leider gibt es viele Leute, die dann klagen.“

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