Pro-kurdische Partei HDP erwägt nach Anschlag Absage von Wahlkampf

Ankara (APA/Reuters) - Die pro-kurdische Partei HDP erwägt die Absage aller Wahlkampfveranstaltungen vor der Parlamentswahl am 1. November. ...

Ankara (APA/Reuters) - Die pro-kurdische Partei HDP erwägt die Absage aller Wahlkampfveranstaltungen vor der Parlamentswahl am 1. November. Nach den Bombenanschlägen am Wochenende in Ankara werde um die Sicherheit der Teilnehmer an den Kundgebungen gefürchtet, sagte HDP-Sprecher Ayhan Bilgen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu erklärte, die Bombenanschläge zweier Selbstmordattentäter auf eine Friedenskundgebung am Samstag seien der Versuch, die Wahl zu beeinflussen. Davutoglu sagte in einem Interview des türkischen Senders NTV, es würden die notwendigen Schritte unternommen, sollte sich herausstellen, dass es bei den Anschlägen zu einer Sicherheitspanne gekommen sei.

Die Ermittlungen konzentrieren sich nach Worten Davutoglus auf die Jihadistengruppe „Islamischer Staat“ (IS). Die Ermittler stünden kurz davor, einen der beiden Attentäter zu identifizieren. Nach Regierungsangaben wurden mindestens 97 Menschen getötet, die HDP sprach sogar von fast 130 Toten.

Die HDP geht davon aus, dass ihre Anhänger Ziel der Bombenanschläge waren. Sie beschuldigt die islamisch-konservative Regierungspartei AKP Erdogans, ihre Finger im Spiel zu haben, um ihre Stellung vor der Wahl zu stärken.