Pilotversuch in Wien: Mit dem Rot-Kreuz-Transport zum Hörtest
Wien (APA) - Rund eine halbe Million Österreicher hört schlecht. Das Thema ist und bleibt ein Tabu, die Dunkelziffer hoch. Der Weg zu einem ...
Wien (APA) - Rund eine halbe Million Österreicher hört schlecht. Das Thema ist und bleibt ein Tabu, die Dunkelziffer hoch. Der Weg zu einem Hörgerät kann im wahrsten Sinne des Wortes ein sehr beschwerlicher sein. Montag wurde Medienvertretern in Wien ein neuer kostenloser Fahrtendienst ins nächstgelegene Hörkompetenz-Zentrum mit einem Rotkreuz-Sanitäter präsentiert.
Mit steigendem Alter nehmen Mobilität und Hörvermögen nicht selten kontinuierlich ab. Eine Hörminderung kann sich auf die Persönlichkeit auswirken. Sozialkontakte können an scheinbarem Desinteresse und Überreaktionen scheitern oder erschwert werden.
Passend eingestellte Hörgeräte bedeuten oft ein großes Plus an Lebensqualität - Aufwand und Mühe lohnen sich, betonten die Experten. Allerdings muss man mit einer professionellen Wartung und regelmäßigen Terminen beim Fachmann rechnen. Eine selbstständige Anreise scheitert in vielen Fällen gerade im Winter an der Furcht vor Beschwerlichkeit. Pensionisten leisten sich darüber hinaus manchmal nicht gerne ein Taxi.
In ihrer Mobilität beeinträchtigte Hauptstadtbewohner können unter der kostenlosen Nummer 0800 55 66 11 einen Termin mit dem nächstgelegenen Hansaton Hörkompetenz-Zentrum vereinbaren. Unabhängig davon, ob man sich nun über Hörgesundheit informiert, einen Hörtest macht oder ein Hörgerät kaufen möchte, erfolgt der Transport kostenlos von der Wohnadresse und retour.
Meist kostet der Gang zum Hörtest bzw. Hörgeräteakustiker grundsätzlich Überwindung. Bis zu sieben Jahre dauert es im Schnitt vom Feststellen eines Hörverlusts bis zur Versorgung mit einem Gerät. Kommt zur Schwerhörigkeit beispielsweise eine Gehbehinderung hinzu, vermeiden viele Betroffene den Weg zum Profi.
Zu Mitarbeitern von Rettungsdiensten haben die Patienten oft ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, das sie zu ersten Ansprachpartnern bei Hörproblemen macht. So entstand auch die Idee. In einem Pilotversuch stehen den meist betagten Patienten bis auf Weiteres voll ausgebildete Sanitäter des Roten Kreuzes und adäquat ausgestattete Fahrzeuge für die direkte Hin- und Rückfahrt zur Verfügung.
Eine Ausweitung liegt für die Initiatoren durchaus auf der Hand. Angedacht sind die Dienste im ländlichen Raum, aber auch eine Kooperation mit Optikern.
(S E R V I C E - Gratis Terminvereinbarung unter 0800 55 66 11)
Kommentare