Paris stimmte Auslieferung von Ex-Oligarch Abliasow an Russland zu
Paris (APA/AFP) - Frankreichs Regierung hat der Auslieferung des früheren kasachischen Oligarchen und Oppositionellen Muchtar Abliasow an Ru...
Paris (APA/AFP) - Frankreichs Regierung hat der Auslieferung des früheren kasachischen Oligarchen und Oppositionellen Muchtar Abliasow an Russland zugestimmt. Premier Manuel Valls habe bereits Mitte September ein entsprechendes Dekret unterzeichnet, sagte Abliasows Anwalt Peter Sahlas am Montag.
Sein Mandant, der derzeit in einem Gefängnis bei Paris in Auslieferungshaft sitzt, wolle die Entscheidung jedoch vor Frankreichs oberstem Verwaltungsgericht, dem Staatsrat in Paris, anfechten, fügte Sahlas hinzu. Abliasow wird vorgeworfen, während seiner Zeit als Chef und Hauptaktionär der größten kasachischen Bank BTA mehrere Milliarden Dollar unterschlagen zu haben. Der Schaden in Russland wird dabei auf fünf Milliarden Dollar (heute: 4,4 Milliarden Euro) beziffert, der in der Ukraine auf 400 Millionen Dollar (351 Millionen Euro).
2009 floh Abliasow wegen gegen ihn laufender Ermittlungen aus Kasachstan zunächst nach Großbritannien. Im Juli 2013 wurde er in einer Villa nahe dem südfranzösischen Badeort Cannes auf Grundlage eines internationalen Haftbefehls festgenommen.
Kasachstan, Russland und die Ukraine fordern Abliasows Auslieferung. Die französische Justiz urteilte, er solle nach Russland ausgeliefert werden. Seine Anwälte argumentieren, die Anklage sei politisch motiviert und Abliasow würde von Russland unverzüglich an Kasachstan ausgeliefert.
Dort war Abliasow in der Opposition gegen den seit 1990 autoritär regierenden Staatschef Nursultan Nasarbajew aktiv. Der Oligarch hatte in Kasachstan zunächst ein Ministeramt inne, bevor er die Führung einer Oppositionspartei übernahm und 2002 zwischenzeitlich inhaftiert wurde. Außer dem französischen Staatsrat könnte Abliasow seinen Fall noch vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg bringen.
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