Serbien-Kosovo: Vucic reist „wahrscheinlich“ zur neuen Dialogrunde
Belgrad/Prishtina (Pristina) (APA) - Der serbische Regierungschef Aleksandar Vucic will offenbar doch an der EU-vermittelten Dialogrunde mit...
Belgrad/Prishtina (Pristina) (APA) - Der serbische Regierungschef Aleksandar Vucic will offenbar doch an der EU-vermittelten Dialogrunde mit dem Kosovo am Dienstag in Brüssel teilnehmen. Nachdem Vucic vergangene Woche die Kosovo-Politik der EU ungewöhnlich scharf kritisiert und mit einem Boykott gedroht hatte, ruderte am Montag zurück. Er werde „wahrscheinlich“ nach Brüssel fahren, kündigte er an.
Er wolle keinen Raum für Deutungen lassen, dass Serbien nicht zu Gesprächen bereit wäre, erklärte Vucic am Montag gegenüber Belgrader Medien. Eine endgültige Entscheidung habe er noch nicht gefasst, er führe noch Beratungen mit der Staatsführung, fügte Vucic hinzu.
Unmut hatte in Serbien vergangene Woche ein Positionspapier der EU zum Beitrittskapitel 35 ausgelöst, welches sich im Falle Serbiens auf die Normalisierung der Beziehungen zum Kosovo bezieht. Gespräche darüber dürften noch vor Jahresende beginnen. Das Beitrittskapitel 35 wäre aber bei dem Treffen am Dienstag gar nicht Thema, erklärte Vucic.
Die EU-Außenpolitikbeauftragte Federica Mogherini hatte Vucic und den kosovarischen Premier Isa Mustafa Dienstagabend zu einem Treffen nach Brüssel eingeladen. Es soll sich um ein informelles Treffen handeln, berichteten Belgrader Medien.
Serbien versucht derzeit mit einer intensiven diplomatischen Kampagne zu verhindern, dass der Kosovo in die UNESCO aufgenommen wird. Der Exekutivrat der UNESCO hat zu Beginn seiner Tagung in Paris am Montag beschlossen, den von Albanien eingereichten Vorschlag zur Aufnahme des Kosovo in diese Organisation auf seine Tagesordnung zu setzen.
Serbiens Präsident Tomislav Nikolic sprach in diesem Zusammenhang von einem „schmutzigen Spiel“. Er merke, dass ein „schmutziges Spiel“ gegenüber Serbien geführt werde und dass ein großer Teil der westlichen Zivilisation und die EU neben den Verhandlungen in Brüssel, welche die serbisch-kosovarischen Beziehungen endgültig definieren sollten, eine direkte Eingliederung des Kosovo in viele internationale Organisationen ohne Beratungen mit Belgrad organisiere. „Dies ist unanständig“, meinte Nikolic.
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