Flüchtlinge - Tschechien setzt Gefängniswärter zur Bewachung ein

Prag (APA) - Tschechien setzt künftig auch Gefängniswärter in den Flüchtlingseinrichtungen ein. Ab 1. November werden von Justizminister Jir...

Prag (APA) - Tschechien setzt künftig auch Gefängniswärter in den Flüchtlingseinrichtungen ein. Ab 1. November werden von Justizminister Jiri Pelikan bis zu 70 Justizvollzugsbeamte zur Bewachung der Menschen in den Aufnahmelagern zusätzlich zu den Polizeibeamten abgestellt. Das hat die Regierung in Prag am Montag beschlossen.

„Die Regierung hat heute eine Anordnung beschlossen, die den Einsatz von Angehörigen des Gefängnisdienstes ermöglicht“, erklärte Regierungschef Bohuslav Sobotka. Der Staat reagiere damit auf die aktuellen Bedürfnisse. Man müsse die Kapazitäten in den Flüchtlingseinrichtungen verstärken, so Sobotka.

Der Umgang Tschechiens mit den Flüchtlingen sorgt seit Wochen für Kritik. Vor allem die Situation in den drei Internierungslagern des Landes, wo Schutzsuchende - darunter Kinder - festgehalten werden, wird von Hilfsorganisationen als „menschenunwürdig“ kritisiert. Den Flüchtlinge werden Mobiltelefone und Geld abgenommen, für die Unterbringung in den mit Stacheldraht umgebenen Internierungslagern müssen sie außerdem umgerechnet 8,90 Euro pro Tag bezahlen.