Markus Figl - Leopold Figls Großneffe stürzte Stenzel
Wien (APA) - Mit Umwegen ist Markus Figl doch ans Ziel gekommen: Der Großneffe von Altbundeskanzler Leopold Figl wird neuer Bezirkschef der ...
Wien (APA) - Mit Umwegen ist Markus Figl doch ans Ziel gekommen: Der Großneffe von Altbundeskanzler Leopold Figl wird neuer Bezirkschef der Inneren Stadt. Damit hat er nicht nur den ersten Bezirk für die ÖVP gesichert, sondern bei den Wiener Bezirkswahlen auch seine Ex-Parteikollegin und nunmehrige Vorgängerin Ursula Stenzel ausgestochen. Eine späte Retourkutsche, denn Stenzel bremste einst ihn aus.
Der am 14. November 1973 geborene Jurist Figl lebt in der Innenstadt und ist Kabinettsmitarbeiter von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP). Er ist verheiratet und hat eine Tochter. Auf seiner persönlichen Webseite legt er sein Politikverständnis offen: „Ich komme aus einer Familie, in der Politik ein positiver Begriff ist: Es geht darum, seine Heimat zu gestalten, sich und seine Werte in die Gesellschaft einzubringen, für seine Mitmenschen da zu sein.“
Figl wurde in der Jungen ÖVP (JVP) groß. Von 2005 bis 2010 war der 41-Jährige stellvertretender Bezirksvorsteher in der City - bis ihn Stenzel überraschend zum einfachen Bezirksrat degradierte. Die streitbare Grande Dame der City wollte nicht von „Nasenbohrern“ kritisiert werden, wie sie im Zusammenhang mit den Querelen in einem Interview sagte. Der Putsch sorgte damals auch in der Landespartei für Aufregung und die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Der Abgesägte wurde 2011 mit 95 Prozent Zustimmung zum Bezirksparteiobmann der City-Schwarzen gewählt. 2014 kam es schließlich zur Weichenstellung, als er und nicht Stenzel mit 100 Prozent zum Spitzenkandidat für die Bezirksvertretungswahlen gekürt wurde.
Tätig war Figl nicht nur in der Bezirkspolitik. Er fungierte einst als parlamentarischer Mitarbeiter des Außenpolitischen Sprechers der ÖVP und als politischer Berater des Zweiten Nationalratspräsidenten. Ab 2008 arbeitete er im Kabinett des damaligen Außenministers Michael Spindelegger. Einem Gerücht zufolge soll er sich 2012 um einen Spitzenposten im König-Abdullah-Zentrum beworben haben. 2013 wechselte er schließlich ins Finanzministerium.
In der Partei ist Figl gut verankert und hat gute Kontakte zum Bund. Was ihn als Bezirkspolitiker ausmacht? Das hat Figl auf seiner Webseite hervorgehoben: „Erfahrungen in vielen politischen Bereichen zeichnen mich aus. Diese bringe ich tagtäglich für die Bürgerinnen und Bürger in die Bezirksarbeit ein.“ Seine Ziele als neuer Bezirkskaiser: Die Innere Stadt soll ein bewohntes Stadtzentrum sein und kein ausgestorbener Stadtkern werden. Als erstes Projekt will er die Sanierung des Stephansplatzes angehen, wie er nach seiner Nominierung als Spitzenkandidat in Interviews ankündigte.
~ WEB http://www.oevp.at ~ APA563 2015-10-12/19:03
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