Spanische Linke übten scharfe Kritik an Feiern zum Nationalfeiertag

Madrid (APA/dpa) - Die linken Stadtoberhäupter von Barcelona und Cadiz, Ada Colau und Jose Maria Gonzalez, haben in scharfer Form Kritik an ...

Madrid (APA/dpa) - Die linken Stadtoberhäupter von Barcelona und Cadiz, Ada Colau und Jose Maria Gonzalez, haben in scharfer Form Kritik an den Feierlichkeiten zum spanischen Nationalfeiertag geübt. „Wenn ein Staat einen Völkermord feiert, ist das eine Schande“, schrieb Barcelonas Bürgermeisterin am Montag auf Twitter.

Spaniens Nationalfeiertag ist der 12. Oktober, der Tag der Entdeckung Amerikas durch den Seefahrer Christoph Kolumbus im Jahr 1492. König Felipe VI. nahm in Madrid traditionsgemäß in Begleitung von Königin Letizia sowie der Töchter Leonor und Sofia eine Militärparade ab.

Gonzalez, Bürgermeister der südspanischen Hafenstadt Cadiz, meinte: „Wir haben Amerika nie entdeckt, sondern die Bewohner eines Kontinents massakriert und unterworfen.“ Colau und Gonzalez waren im Mai ins Amt gewählt worden auf Listen, die von der neuen Linkspartei Podemos (Wir können) unterstützt wurden. Der Podemos-Parteichef Pedro Iglesias lehnte eine Einladung des Königs zu einem Empfang ab.

Madrids linke Bürgermeisterin Manuela Carmena erlebte dagegen die Militärparade auf der Ehrentribüne mit. Die Ministerpräsidenten der nach mehr Eigenständigkeit strebenden Regionen Katalonien und des Baskenlands, Artur Mas und Inigo Urkullu, blieben den Feiern wie gewohnt fern.