Wien-Wahl: Rot-Grün bescherte Grün erstes Minus seit 2010

Wien (APA) - Die Zeit der großen Grünen Wahlerfolge ist wieder vorbei: Nach eher bescheidenen Ergebnissen im Burgenland, der Steiermark und ...

Wien (APA) - Die Zeit der großen Grünen Wahlerfolge ist wieder vorbei: Nach eher bescheidenen Ergebnissen im Burgenland, der Steiermark und OÖ setzte es bei der Wien-Wahl das erste (leichte) Minus seit 2010. Es ist das sechste in den nun 19 Bundes- bzw. Landeswahl unter Parteichefin Eva Glawischnig. Gefeiert wurde, dass Rot-Grün in Wien weiter eine Mehrheit hat, was jedoch nicht das Verdienst der Grünen war.

Sie verfehlten ihr Wahlziel, nach der ersten Regierungsperiode zuzulegen - das Spitzenkandidatin Maria Vassilakou sogar mit einer mittlerweile wieder zurückgezogenen Rücktrittsankündigung unterstrichen hatte. Nach dem zweiten Verlust in Serie in Wien sind die Grünen in der Bundeshauptstadt jetzt so schwach wie seit 2001 nicht mehr.

Und bei weitem nicht mehr an der parteiinternen Spitze: Von Rang 3 fielen sie auf Rang 5 hinter Tirol und Kärnten zurück - hinter sich nur noch Oberösterreich und die drei Länder, in denen sie nicht in der Landesregierung sind: Niederösterreich, Steiermark und Burgenland.

In Sachen Regierungsposten sieht es für die Wiener Grünen besser aus als für die oberösterreichischen Kollegen, obwohl letztere bei der Wahl vor zwei Wochen sogar leicht zulegten. Aber dort ging die schwarz-grüne Regierungsmehrheit verloren, weil die ÖVP so stark einbrach.

Auch die Grünen können ihre Flaute zumindest teilweise mit der Flüchtlingskrise bzw. der damit einhergehenden Polarisierung zwischen FPÖ und SPÖ bzw. ÖVP erklären: Nach den satten Zugewinnen 2013/14 haben ihnen schon die Mai-Wahlen im Burgenland und der Steiermark nur vergleichsweise bescheidene Ergebnisse unter sieben Prozent gebracht. Außerdem gingen sie sowohl in Wien als auch in Oberösterreich bereits als Regierungspartei in die Wahlen - was die vorher erfolgreiche Aufdecker-Rolle verunmöglicht.

Als Kämpfer gegen Korruption und Missstände haben die Grünen 2013 in Kärnten, Tirol und Salzburg sowie 2014 in Vorarlberg satt zweistellig abgeschnitten - und sind seither auch dort kleiner Koalitionspartner. In Salzburg schafften sie es - dank Finanzskandal - 2013 erstmals sogar über die 20 Prozent. 17,14 Prozent in Vorarlberg waren das bisher zweitbeste Grün-Ergebnis bei Bundes- und Landeswahlen seit Gründung.

~ ENTWICKLUNG DER GRÜNEN SEIT 2008:

WAHL STIMMEN STIMMENANTEIL

absolut Prozent +/- _________________________________________________________

NR 28.09.2008 509.936 10,43 -0,62

LT Ktn 01.03.2009 18.336 5,15 -1,56 LT Sbg 01.03.2009 20.843 7,36 -0,63 EU 07.06.2009 284.505 9,93 -2,96 LT Vbg 20.09.2009 18.763 10,58 +0,41 LT OÖ 27.09.2009 78.569 9,18 +0,12 LT Bgld 30.05.2010 7.835 4,15 -1,06 LT Stmk 26.09.2010 36.834 5,55 +0,82 LT Wien 10.10.2010 95.445 12,64 -1,99 LT Ktn 03.03.2013 39.241 12,10 +6,95 LT NÖ 03.03.2013 78.678 8,06 +1,15 LT Tirol 28.04.2013 39.904 12,59 +1,86 LT Sbg 05.05.2013 53.779 20,18 +12,82 NR 29.09.2013 582.657 12,42 +1,99 EU 25.05.2014 410.089 14,52 +4,59 LT Vbg 21.09.2014 29.193 17,14 +6,56 LT Bgld 31.05.2015 43.272 6,68 +1,13 LT Stmk 31.05.2015 11.964 6,43 +2,28 LT OÖ 27.09.2015 89.703 10,32 +1,14 GR Wien 11.10.2015 98.626 11,84 -0,80 ~

( 0647-15, Format 88 x 226 mm)

~ WEB http://www.gruene.at ~ APA206 2015-10-13/11:20