Tennis: Wozniacki erstmals in Linz und blickt nicht gern zurück
Linz (APA) - Sie ist am Montag in Linz angekommen und hat auch die Players Party unter dem Motto „Stargames“ in der voestalpine Stahlwelt be...
Linz (APA) - Sie ist am Montag in Linz angekommen und hat auch die Players Party unter dem Motto „Stargames“ in der voestalpine Stahlwelt besucht. Doch die 25-jährige Caroline Wozniacki ist nicht zum Generali Ladies gekommen, um sich zu amüsieren. Und wenn, dann auf dem Platz. Die ehemalige Nummer eins der Welt will sich diese Woche ganz auf ihren ersten Auftritt bei Österreichs größtem Turnier konzentrieren.
Nach ihrem Achtelfinal-Aus vergangene Woche in Peking hat sich die Skandinavierin eine kleine Auszeit in der Heimat gegönnt. „Ich war ein paar Tage zu Hause und habe meine Batterien wieder aufgeladen“, erzählte die Dänin, aktuell Nummer elf der Welt. An den Kampf, sich für das WTA-Saisonfinale der besten acht Spielerinnen für Singapur zu qualifizieren, denkt sie nicht. „Ehrlich gesagt, denke ich nur an diese Woche. Ich werde das Beste machen, was ich kann.“
Sie muss auch gar nicht mehr daran denken: Wozniacki liegt in der „Road to Singapur“ nach einer für sie durchwachsenen Saison nur an 15. Stelle, rund 500 Punkte hinter Rang acht (bereinigte Liste nach dem vorzeitigen Saison-Ende von Serena Williams, Anm.). Laut WTA-Informationen hat Wozniacki auch rechnerisch keine Chance mehr auf Singapur. Umso höher ist ihr Antreten beim 250.000-Dollar-Turnier in der oberösterreichischen Hauptstadt zu bewerten.
„Es ist aufregend, zu einem neuen Event zu kommen. Einen, den ich nie zuvor gespielt habe. Und ich freue mich auf morgen“, sagte Wozniacki. Die Nummer zwei des Turniers eröffnet am Mittwoch gegen die Kroatin Mirjana Lucic-Baroni. Ihre ersten Eindrücke vom Decoturf-Belag, der neu in Anthrazitgrau gestaltet wurde? „Der Platz ist ziemlich langsam, was mir liegt. Der Center Court fühlt sich nett und intim an. Dieses Turnier hat eine lange Tradition und ich bin glücklich, hier zu sein, und das 25-Jahr-Jubiläum mitzufeiern“, erklärte die Tochter von polnischen Eltern.
Den Blick zurück auf 2015 macht sie nicht so gern. „Um ehrlich zu sein, ich schaue nicht wirklich zurück. Ich fühle mich als bessere Spielerin als es die Resultate zeigen, besonders bei den Grand Slams dieses Jahr“, erklärte Wozniacki. In Wimbledon kam sie bis ins Achtelfinale, bei den drei anderen Majors schied sie jeweils schon in Runde zwei aus.
„Aber so ist es eben, jetzt konzentriere mich auf dieses Turnier und freue mich auch schon auf nächstes Jahr, in dem wir fünf große Events mit den vier Grand Slams und den Olympischen Spielen haben.“
Insgesamt 67 Wochen war Caroline Wozniacki Nummer eins der Welt, ohne bisher ein Grand-Slam-Turnier gewonnen zu haben. Eine Frage, die sie nicht mehr hören kann. Und auf die Frage, ob es denn nun immer schwieriger werde, dieses Ziel zu erreichen, reagierte sie etwas gereizt: „Ich bin eine der Topspielerinnen der Welt, ich kann jede schlagen. Es geht alles um das richtige Timing. Es geht darum, zur richtigen Zeit, gut zu spielen. Wenn ich nicht glauben würde, dass ich eine Chance habe, würde ich nicht Tennis spielen.“
In diesem Jahr nicht mehr Tennis spielt die aktuelle Nummer eins der Welt. Serena Williams - eine der besten Freundinnen von Wozniacki - hat nach der Riesen-Enttäuschung - dem Aus im Halbfinale gegen Linz-Teilnehmerin Roberta Vinci bei den US Open - ihr Racket für dieses Jahr in die Ecke gestellt. Der so erhoffte Grand Slam - der Gewinn aller vier Majors im gleichen Kalenderjahr - blieb der US-Amerikanerin versagt.
Wozniacki hat da ein bisschen mit Williams mitgelitten. „Als ich nicht mehr im Turnier war, habe ich ihr die Daumen gedrückt. Geschichte zu schreiben, ist immer etwas Spezielles. Serena war so knapp dran, aber am Ende ist es Tennis“, sagte Wozniacki. Williams habe dennoch eine großartige Saison gehabt. „Und wenn sie morgen aufhört, würde ich sie immer noch als eine der größten Spielerinnen aller Zeiten betrachten. Man muss die richtige Perspektive bewahren und sie verdient es jetzt, eine Auszeit zu haben.“
Daran denkt Wozniacki noch nicht. Sie machte den Eindruck, als wäre sie nach Linz gekommen, um ein Weilchen zu bleiben. Vielleicht holt die Dänin ja noch ihren zweiten WTA-Titel in diesem Jahr nach Kuala Lumpur.
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