Flüchtlingskinder in Tschechien „als Gefängnisinsassen behandelt“
Prag (APA/dpa) - Die tschechische Beauftragte für Bürgerrechte hat die Bedingungen in einem Flüchtlingslager scharf kritisiert. „Kinder lebe...
Prag (APA/dpa) - Die tschechische Beauftragte für Bürgerrechte hat die Bedingungen in einem Flüchtlingslager scharf kritisiert. „Kinder leben dort unter objektiv schlechteren Bedingungen als tschechische Gefängnisinsassen“, teilte die staatliche Ombudsfrau Anna Sabatova am Dienstag in Brünn (Brno) mit.
Bei einem Besuch Anfang Oktober seien im Lager Bela-Jezova gut hundert Kinder untergebracht gewesen. Die allgegenwärtige Präsenz von uniformierten Sicherheitskräften und Polizisten erschrecke die Kinder, kritisierte Sabatova. Zudem könnten die Eltern ihren Kindern nicht erklären, warum sie hinter einem vier Meter hohen Stacheldrahtzaun eingesperrt seien.
Zu den weiteren Kritikpunkten zählten fehlende warme Schuhe für die Kinder, kaum vorhandene Spielmöglichkeiten, schlechte hygienische Bedingungen und Schikane durch tägliche Polizeikontrollen. „Wir lassen diese Menschen unnötig leiden, obwohl sie nichts verbrochen haben und nie verurteilt wurden“, kritisierte Sabatova.
In dem Lager werden überwiegend Flüchtlinge interniert, die nach dem Dublin-Abkommen in das EU-Ersteinreiseland zurückgeschoben werden sollen. Derzeit sind dort rund 700 Ausländer untergebracht.
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