Müllberge in den Alpen abgebaut
Alpenschutzverband zieht Bilanz und setzt sich kritisch mit Asylwerbern auseinander.
Von Mario Zenhäusern
Dornbirn, Innsbruck — Der Österreichische Alpenschutzverband (ÖASV), ins Leben gerufen 1974 als Dachverband der Alpenschutzvereine in den Bundesländern, hat sich u. a. die Erhaltung intakter, großflächiger Naturräume, die Eindämmung des Wildwuchses an Forst- und Almstraßen und die Schaffung von Abfällen weitgehend unbelasteter Gebirgslandschaften und Gewässer zum Ziel gesetzt. Die Organisation, zu der eigenständige Vereine in Salzburg, Tirol und Vorarlberg sowie Landesgruppen in der Steiermark, Niederösterreich, Kärnten und Wien zählen, hat ihren Sitz in Dornbirn. Der ÖASV ist keine Teilorganisation des Öst. Alpenvereins.
In den vergangenen Jahren haben sich die Mitglieder des Vereins, dessen Vorsitzender seit Jahren RR Lothar Petter ist, aktiv für die Aktion „Saubere Alpen“ eingesetzt. Mit großem Erfolg: In den vergangenen 44 Jahren — Petter ist seit 1971 im Alpenschutz aktiv — wurden nach Angaben des Verbands 3,8 Millionen Tonnen an Abfällen vom (Hoch-)Gebirge ins Tal transportiert und der Wiederverwertung zugeführt.
In seiner letzten Aussendung, verfasst am 10. Oktober, schießt Petter allerdings übers Ziel hinaus: Unter dem Titel „Sauberes Tirol neu!“ schreibt der vielfach ausgezeichnete Vorarlberger, dass Speisereste, Dosen, Glas, Plastik oder Zigarettenstummel nicht in die Landschaft passen würden. „Zum Natur- und Umweltschutz passt kein Abfall und kein Schmutz“, reimt der langjährig ehrenamtlich tätige Funktionär.
Was hierzulande als unbestritten anerkannt ist, will er nun auch in arabischer Sprache veröffentlichen, weil: „Die Flüchtlinge kommen aus einem stark verschmutzten Land, das heißt Abfall über Abfall.“ Natürlich gelten in den Herkunftsländern vieler Asylwerber niedrigere Umweltstandards als bei uns. Aber erstens ist jeder Mensch lernfähig. Zweitens ist Petters Wortwahl eine Art Pauschalverurteilung, setzt Asylwerber praktisch mit Umweltverschmutzern gleich. Und das ist ganz einfach falsch.
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