Prozess um Explosion in Wien: Wirbel um Gerichtspsychiater
Im Mordprozess gegen jenen 46-jährigen Mann, der am 16. April 2014 seine Wohnung am Hohen Markt in der Innenstadt in die Luft gejagt und dam...
Im Mordprozess gegen jenen 46-jährigen Mann, der am 16. April 2014 seine Wohnung am Hohen Markt in der Innenstadt in die Luft gejagt und damit den Tod einer 23-jährigen Hausbewohnerin zumindest mit bedingtem Vorsatz in Kauf genommen haben soll, hat der psychiatrische Sachverständige am Dienstag für einigen Wirbel gesorgt. Schließlich wurde im Landesgericht ein zweiter Sachverständiger bestellt.
Das Gericht gab einem Antrag der Anklagebehörde auf Beiziehung eines weiteren psychiatrischen Sachverständigen Folge - „zur Aufklärung nicht beseitigbarer Widersprüche in den Ausführungen des bisherigen Sachverständigen“, wie die vorsitzende Richterin Martina Krainz sagte.
Die vorangegangenen Feststellungen des Gutachters Wolfgang Soukop hatten Staatsanwalt Florian Pöschl veranlasst, zunächst für den Fall einer Verurteilung formal die Unterbringung des Angeklagten im Maßnahmenvollzug zu beantragen. Zugleich forderte der Staatsanwalt aber die Beiziehung eines weiteren Psychiaters, um klären zu können, ob die dafür vorliegenden Voraussetzungen überhaupt vorliegen. Verteidiger Ernst Schillhammer trat diesem Antrag bei.
Da der zusätzlich zu bestellende Sachverständige einige Zeit zur Begutachtung des Angeklagten benötigen wird, ist mit einem erstinstanzlichen Abschluss des Verfahrens frühestens im Dezember zu rechnen. (APA)