Slowenische „Bad Bank“ hat eine neue Führung

Ljubljana (APA) - Die slowenische „Bad Bank“ hat eine neue Führung bekommen, nachdem vergangene Woche zwei Spitzenmanager wegen Vorwürfen üb...

Ljubljana (APA) - Die slowenische „Bad Bank“ hat eine neue Führung bekommen, nachdem vergangene Woche zwei Spitzenmanager wegen Vorwürfen über Lohnexzesse gefeuert wurden.

Der Ex-Chef der Laibacher Börse, Marko Simoneti, wurde am Montag zum neuen Vorsitzenden des Verwaltungsrats der staatlichen Abwicklungsgesellschaft (DUTB) bestellt. Der Chef der in Liquidation stehenden Probanka, Imre Balogh, ist der neue interimistische CEO.

Beide waren bereits seit März als nicht geschäftsführende Mitglieder des DUTB-Verwaltungsrats tätig. Simoneti folgt dem gekündigten Präsidenten der „Bad Bank“ nach, dem Schweden Lars Nyberg. Die Regierung hatte ihn mit der Begründung gefeuert, überhöhte Managergehälter nicht den gesetzlichen Vorgaben angepasst zu haben. Balogh wird den Posten des bisherigen CEO Torbjörn Mansson besetzen, bis ein neuer CEO mittels einer internationalen Ausschreibung gefunden wird, berichteten die Medien.

Die Aufregung um die slowenische „Bad Bank“ hat sich mit der Bestellung der neuen Führung aber nicht gelegt. Der gefeuerte Präsident, der hinter seiner Kündigung politische Einflussnahme sieht, erhitzte zusätzlich die Gemüter mit einem offenen Brief an Premier Miro Cerar. Darin verweist Nyberg auf angebliche Korruption in der Holdinggesellschaft Sava. Der Regierungschef hat die Vorwürfe zurückgewiesen und betont, dass der „Bad Bank“-Präsident nicht wegen eines bestimmten Anlassfalls gefeuert worden sei.

Nyberg äußerte sich in seinem Brief kritisch über die Unterstützung der Regierung für die finanziell angeschlagene Holdinggesellschaft Sava bzw. deren Führung. Diese habe es trotz erheblicher Kreditmittel nicht geschafft, in ihre Hotels ausreichend zu investieren und die Potenziale der Branche auszunützen, hieß es. Die ganze Holding und nicht nur deren Tourismus-Division wurde als eine wichtige staatliche Investition klassifiziert, an der der Staat eine Sperrminorität behalten wird. „Wie kann das im nationalen Interesse sein?“, fragte Nyberg. Er kritisierte, dass der Staat nun der „Bad Bank“ die Kontrolle über die Holding entziehen und der bisherigen Führung die Fortsetzung der Arbeit ermöglichen will.

Auch die slowenischen Medien vermuten den eigentlichen Grund für die Kündigungen in der Verstimmung zwischen der Sava-Holding und der „Bad Bank“. Die angeschlagene Holding, die laut Medienberichten auf einem Schuldenberg von 300 Mio. Euro sitzt, und die DUTB als deren größter Gläubiger standen Berichten zufolge seit Monaten im Streit, weil die DUTB mit dem vorgeschlagenen Sanierungsplan unzufrieden war. Im Juni eskalierte der Streit, nachdem die „Bad Bank“ erfolglos versucht hatte, ihre Forderungen gegenüber der Holding in eine Kapitalbeteiligung umzuwandeln, um damit deren Hotelgeschäft zu übernehmen.