Das Feld der Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten
Washington (APA/AFP) - Fünf Politiker haben ihre Bewerbung für die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten erklärt, als haushohe Favori...
Washington (APA/AFP) - Fünf Politiker haben ihre Bewerbung für die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten erklärt, als haushohe Favoritin gilt die frühere Außenministerin und ehemalige First Lady Hillary Clinton. Das große Fragezeichen im Nominierungsrennen ist, ob Vizepräsident Joe Biden antritt.
Der 72-Jährige hat eine Bewerbung nicht ausgeschlossen, seine Entscheidung bisher aber noch nicht getroffen. Folgende Demokraten treten bei der ersten Fernsehdebatte in der Nacht auf Mittwoch (MESZ) in Las Vegas gegeneinander an:
HILLARY CLINTON hat die größte politische Erfahrung im Bewerberfeld. Die Karriere der Juristin war anfänglich eng an die ihres Ehemannes Bill gekoppelt, an dessen Seite sie in den Gouverneurssitz des US-Staates Arkansas und nach der Präsidentschaftswahl 1992 in das Weiße Haus einzog. Während sich die Nation über die Affäre ihres Mannes mit der Praktikantin Monica Lewinsky erregte, feilte sie in aller Stille an ihren eigenen Ambitionen.
Im Jahr 2000 gewann Hillary Clinton einen Senatssitz im US-Staat New York, der als Sprungbrett für ihre Präsidentschaftsbewerbung 2008 diente. Damals unterlag sie im parteiinternen Vorwahlkampf Barack Obama, der sie später aber zu seiner Außenministerin machte. Nach einer Amtszeit trat sie als Chefdiplomatin ab, im Frühjahr dieses Jahres machte sie ihren zweiten Anlauf auf das Weiße Haus offiziell. Die 67-Jährige hat finanzkräftige Unterstützer und eine mächtige Wahlkampfmaschine - allerdings kratzt die Affäre um ihre private E-Mail-Nutzung als Außenministerin an ihrer Glaubwürdigkeit.
BERNIE SANDERS setzt Clinton von links unter Druck. Der unabhängige Senator aus dem US-Staat Vermont stimmt im Kongress meist mit den Demokraten ab und prangert seit Jahrzehnten die ungleiche Verteilung des Reichtums in den USA an. Sanders‘ Ansichten lassen sich mit denen von Sozialdemokraten europäischer Prägung vergleichen, in den Vereinigten Staaten liegt der 74-Jährige damit aber deutlich im linken Bereich des politischen Spektrums. In der Außenpolitik ist er ein Gegner von US-Militäreinsätzen.
Sanders‘ politische Wurzeln liegen in der Studentenbewegung der 60er-Jahre, er engagierte sich für die Rechte afroamerikanischer Bürger und gegen den Vietnamkrieg. Sein erstes Amt hatte der Sohn jüdischer Einwanderer aus Polen ab 1981 als Bürgermeister von Burlington, 1990 schaffte er den Sprung ins Repräsentantenhaus nach Washington. 2006 gewann er einen Senatssitz und wurde 2012 mit 71 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Bei der Wahlkampffinanzierung setzt der 74-Jährige auf Kleinspender. Seine Auftritte ziehen tausende Anhänger an, darunter viele Studenten.
MARTIN O‘MALLEY umgarnt ebenfalls den linken Flügel, ist in Umfragen aber weit abgeschlagen. Der frühere Bürgermeister von Baltimore und Ex-Gouverneur von Maryland erhöhte während seiner Amtszeit die Steuern, verschärfte das Waffenrecht und setzte in seinem US-Staat ein Gesetz für die Homo-Ehe in Kraft. Der 52-Jährige rief in seiner Bewerbungsrede im Mai zum Kampf gegen die soziale Ungleichheit auf.
LINCOLN CHAFEE saß von 1999 bis 2007 als Republikaner im Senat, wo er als einziges Mitglied seiner damaligen Partei gegen den Militäreinsatz im Irak stimmte. Als parteiloser Politiker wurde er 2010 zum Gouverneur des US-Staates Rhode Island gewählt, während seiner Amtszeit wechselte er zu den Demokraten. Der 62-Jährige ist auf nationaler Ebene weitgehend unbekannt. In seiner Bewerbungsrede im Juni sprach er sich gegen die US-Drohnenangriffe im Anti-Terror-Kampf und für eine Heimkehr des US-Geheimdienstenthüllers Edward Snowden aus dem russischen Exil aus.
JIM WEBB stammt aus einer Soldatenfamilie und kämpfte im Vietnamkrieg. Später arbeitete er im Verteidigungsministerium und diente unter Präsident Ronald Reagan als Marineminister. Von 2007 bis 2013 saß er für den US-Staat Virginia im Senat. Der 69-Jährige bemüht sich eher um das konservative Lager innerhalb der Demokraten.
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