USA und Russland setzen Gespräche über Syrien-Einsatz fort

Washington/Moskau (APA/dpa/AFP) - Russland und die USA wollen nach Angaben von US-Verteidigungsminister Ashton Carter am Mittwoch erneut Ges...

Washington/Moskau (APA/dpa/AFP) - Russland und die USA wollen nach Angaben von US-Verteidigungsminister Ashton Carter am Mittwoch erneut Gespräche über die Luftangriffe beider Seiten in Syrien führen. Bei den Gesprächen von Kommandanten aus beiden Ländern werde es darum gehen, sicherzustellen, dass sich die russische und die US-Luftwaffe nicht in die Quere kommen, kündigte Carter in Boston an.

Carter forderte, Russland müsse sich im syrischen Luftraum „professionell“ verhalten und sich an Sicherheitsmaßnahmen halten. In den bisherigen Diskussionen seien Fortschritte erzielt worden, so der Verteidigungsminister. Es sei aber noch nichts endgültig.

Die Militärgespräche würden aber nicht zu Gesprächen über Moskaus Herangehensweise im Syrien-Konflikt führen. Diese bezeichnete Carter als „verquer“ und „strategisch kurzsichtig“.

Russland fliegt seit Ende September Luftangriffe in Syrien, um nach eigener Darstellung „Terroristen“ zurückzudrängen. Washington wirft Moskau jedoch vor, vor allem vom Westen unterstützte gemäßigte Rebellen anzugreifen, um den syrischen Staatschef Bashar al-Assad zu stärken. Eine US-geführte internationale Militärkoalition fliegt seit rund einem Jahr eigene Luftangriffe in Syrien, die sich gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) richten. Moskau wirft den USA wiederum vor, Geheimdiensterkenntnisse nicht teilen und nicht mit Russland kooperieren zu wollen.

Nach Angaben von US-Militärsprecher Steve Warren hatten sich am Samstag zwei russische und zwei US-Kampfflugzeuge über Syrien bis auf Sichtweite genähert. Die Maschinen seien nur 10 bis 20 Meilen (rund 16 bis 32 Kilometer) voneinander entfernt gewesen, sagte der Oberst nach einem Bericht des Senders CNN. Es sei aber zu keinem Zwischenfall gekommen: „Jeder ging seinen eigenen Angelegenheiten nach.“ Auch Warren kritisierte die russischen Luftschläge in Syrien als leichtsinnig, willkürlich und unverantwortlich.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den USA vorgehalten, weder Informationen zu terroristischen Zielen in Syrien zu geben noch klar zu sagen, worauf nicht geschossen werden solle. Militärs beider Länder hatten sich bei einer Videokonferenz am Sonntag nur über Maßnahmen geeinigt, um Zwischenfälle im Luftraum über Syrien zu vermeiden.