50 Jahre „Aspekte“ - ZDF geht vorwärts mit Kultur

Berlin/Mainz (APA) - Mit 50 mag mancher in der „Midlife crisis“ sein - das ZDF-Kulturmagazin „Aspekte“ startet zum 50. Geburtstag durch. Mit...

Berlin/Mainz (APA) - Mit 50 mag mancher in der „Midlife crisis“ sein - das ZDF-Kulturmagazin „Aspekte“ startet zum 50. Geburtstag durch. Mit der Jubiläums-Doku „Vorwärts mit Kultur!“ feiert die Sendung am Freitag (16.10., 23.45 Uhr) das halbe Jahrhundert, in der regulären Folge vorher (23 Uhr), die Tobias Schlegl und Jo Schück moderieren, ist neben dem Geburtstag auch die Frankfurter Buchmesse ein Thema.

Im Maxim-Gorki-Theater in Berlin feierte „Aspekte“ am vergangenen Montag Geburtstag - dort hatte auch die Dokumentation Premiere. Der Beitrag von Jutta Louise Oechler ist eine Zeitreise durch die Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland: von Max Frisch und Wolf Biermann über Günter Grass und Udo Lindenberg bis zu Campino und Helene Hegemann.

Die Doku zeigt Glückwünsche von Promis und bringt ein Wiedersehen mit Film- und Theaterstars, Musikern und Malern. „Mensch, is‘ doch kein Alter! Fuffzich“, sagte Regisseur Wim Wenders dem ZDF zum Jubiläum des Magazins.

„Aspekte“ war nach ZDF-Angaben die erste überregionale Kultursendung im deutschen Fernsehen. Die ersten drei Folgen hießen noch „Kulturbericht“. Walther Schmieding war damals der erste Moderator, es folgten über ein Dutzend weitere Moderatoren, darunter Luzia Braun, Roger Willemsen und Wolfgang Herles.

Seit vergangenem Jahr führt Katty Salié im Wechsel mit Tobias Schlegl und Jo Schück durch die Sendung. „“Aspekte“ war, ist und bleibt eine unverwechselbare Marke, in der das kulturelle Engagement des ZDF auf besondere Weise zum Ausdruck kommt“, sagt ZDF-Intendant Thomas Bellut.

Der Kulturchef des Senders, Peter Arens, sieht neben „Aspekte“ nur das ARD-Kulturmagazin „ttt - Titel, Thesen, Temperamente“ als wöchentliches Kulturmagazin für ein großes nationales Hauptprogramm. „“Aspekte“ und „ttt“ waren sich über all die Jahre sehr ähnlich, indem sie als Magazin aus einem Wechsel aus Moderation und Filmbeiträgen bestanden“, sagt Arens. Seit 2014 habe sich die Sendung aber zu einem eigenen Format weiterentwickelt. Er nennt Interviews und Live-Musik als Beispiele. „Damit bekommt „Aspekte“ eine moderne, urbane Note, auch einen Zugang zu jüngerem Publikum.“ Und das will das ZDF mit dem neuen Format auch erreichen.

„All das Gerede um neues Nutzungsverhalten und sinkende Quoten von Kultursendungen hat sich hier nicht bestätigt“, sagt Arens. Der ZDF-Kulturchef wünscht sich für die Zukunft, dass die rund eine Million Zuschauer der Sendung treu bleiben.

Und das ist nicht sein einziger Wunsch: US-Autor Jonathan Franzen, Maler Gerhard Richter, der künftige Chef der Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko, und Musiker Neil Young - all die würde er gern mal in „Aspekte“ als Gäste sehen.


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