Die Achenseestraße hieß einst Gardesana Tirols
60 Jahre Achenseestraße wird am Sonntag im Sixenhof gefeiert. Es war ein mühsamer Weg bis zur Fertigstellung im Jahr 1955.
Von Walter Zwicknagl
Achenkirch –Beim traditionellen Achentaler Kirchtag im Sixenhof, der am Sonntag um elf Uhr beginnt, wird eine Sonderausstellung unter dem Motto „60 Jahre neue Achenseestraße“ der Blickfang sein. Viel Bildmaterial, alte Pläne und Zeitungsberichte von anno dazumal haben Maria und Hermann Jaud zusammengetragen. Unterstützt wurden sie dabei von Angela und Hans Rupprechter und den Chronisten aus Eben und Wiesing. „Etliche Fotos lieferten uns die Gattinnen von Ingenieuren, die am Bau beschäftigt waren“, erzählt Maria Jaud. „Alte Sitzungprotokolle aus Eben beweisen, dass die neue Achenseestraße keine Erfindung der Nazis war, wie heute noch oft an Stammtischen behauptet wird. Die Verbindung von München nach Venedig begann man zwar unmittelbar nach dem Anschluss zu trassieren, doch die Pläne für eine Panoramastraße vom Inntal zum Achensee waren schon lange vorher im österreichischen Bautenministerium vorhanden“, stellt Franz Waldhart, der Chef des Museums im Sixenhof, fest.
1942 wurde der Straßenbau eingestellt und der Seehoftunnel diente der Rüstungsproduktion der Heinkel-Werke als sicherer Unterstand. 1950 konnte der Tunnel für den Verkehr geöffnet werden. Oft wurde die Straße als „Gardesana Tirols“ bezeichnet. „Es war ein Festtag, als am 25. Mai 1955 mit Bundespräsident Theodor Körner und LH Alois Grauß die Straße von Wiesing bis zur Kanzelkehre eröffnet wurde. Ich durfte damals dem Bundespräsidenten einen Blumenstrauß überreichen“, erinnert sich Erich Brugger aus Wiesing.
Dass sich der Verkehr bis zum Bau der Achenseestraße durch Jenbach quälte, mag verwundern. Die so genannte Kommerzialstraße ging über die Route Hupfauf-Kapelle und Dr. Neuner-Weg. Laut alten Aufzeichnungen dürfte der Weg durch den Kasbachgraben einst nur 2,2 bis 2,5 Meter breit gewesen sein. Holz- und Holzkohlelieferungen für das Jenbacher Hütt enwerk und die Sensenschmiede und der Kleinverkehr zwischen dem Unterinntal und den bayerischen Grenzorten waren mühevoll abzuwickeln. Natürlich war dafür auch Zoll zu bezahlen.
Neben der Sonderausstellung wird im Sixenhof wie in den Vorjahren altes Handwerk wie Korbflechten, Weben, Besenbinden, Spinnen und Klöpfeln, Togglmachen und Rechenzahnschlagen geboten. Auch Schmankerln aus dem Tal gibt es.
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