Leitbörsen in Fernost einheitlich im Minus
Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben am Mittwoch einheitlich tiefer geschlossen. Der Nikkei-225 Index in Tokio verlor 343,74 Zähler...
Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben am Mittwoch einheitlich tiefer geschlossen. Der Nikkei-225 Index in Tokio verlor 343,74 Zähler oder 1,89 Prozent auf 17.891,00 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong gab um 160,55 Zähler (minus 0,71 Prozent) auf 22.439,91 Einheiten ab. Der Shanghai Composite sank 30,79 Punkte oder 0,93 Prozent auf 3.262,44 Punkte, nachdem er zuvor fünf Gewinntage in Folge absolviert hatte.
Auch die Märkte in Indien und Australien zeigten sich mit negativen Vorzeichen. Der Sensex 30 in Mumbai tendierte zuletzt bei 26.773,61 Zählern mit minus 72,92 Punkten oder 0,27 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney fiel vergleichsweise moderate 4,2 Zähler oder 0,08 Prozent auf 5.230,40 Einheiten.
An den meisten Börsen Asiens haben sich die Gewinnmitnahmen zur Wochenmitte fortgesetzt. Nach einem noch recht stabilen Vortag endete nun aber auch die Erholungsrally an Chinas Festlandbörsen. Weiter gefallene Erzeugerpreise ließen die Sorgen um das Wachstum im Reich der Mitte wieder steigen, hieß es.
In China bleibt die Inflation ungewöhnlich schwach und droht zunehmend eine Gefahr für die Konjunktur zu werden. Im September sind die Verbraucherpreise um 1,6 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Im Vormonat hatte die Inflationsrate noch bei 2,0 Prozent gelegen.
Noch deutlicher zeigt sich die schwache Preisentwicklung auf der Produzentenebene. Bei den Erzeugerpreisen meldete das Statistikamt für September einen kräftigen Rückgang um 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und verbuchten damit bereits den 43. Minusmonat in Folge. Der Rückgang ist so stark wie im Vormonat, als die Herstellerpreise den stärksten Rückschlag seit mehr als fünf Jahren verzeichnet hatten. Volkswirte sahen die Ursachen in einem starken Rückgang der Rohstoffpreise und einer schwachen Inlandsnachfrage.
„Die nach wie vor schwache Inflation im Reich der Mitte droht zunehmend auf die Gewinnsituation der Unternehmen und die landesweiten Lohnsteigerungen durchzuschlagen“, warnte Experte Rainer Sartoris von der HSBC Trinkaus-Bank.
Unter Verkaufsdruck standen in China vor allem die Aktien von Technologie- und Konsumunternehmen. Die Papiere von Great Wall Motor und Leshi Internet Information & Technology verloren jeweils mehr als vier Prozent an Kurswert.
In Tokio waren die Papiere des Halbleiterzulieferers Sumco mit minus 7,7 Prozent schwächster Wert im Leitindex. Die Zahlen des US-Konzern Intel und ein negativer Analystenkommentar wurden als Begründung genannt. Papiere des Filmstudios Toho profitierten dagegen mit fast 4 Prozent Plus von aufgestockten Jahreszielen.
In Mumbay rückt ein „going public“ ins Blickfeld. Eine indische Kaffeehauskette will den größten Börsengang des Landes seit fast drei Jahren hinlegen. Das Unternehmen Coffee Day Enterprises als Besitzer der Kette Cafe Coffee Day hofft, sich während der bis Freitag laufenden Zeichnungsfrist umgerechnet 155 Mio. Euro zu sichern.
Kommentare