Erste Liga

Hörtnagls Mission Wacker beginnt

Kämpfernatur und Stratege — beides braucht der FC Wacker. Alfred Hörtnagl, der neue General Manager, erfüllt dieses Anforderungsprofil. Am Mittwoch trat die 49-jährige Vereinslegende erstmals vor die Medien.

Von Florian Madl

Innsbruck –Neu ist es nicht, dass der FC Wacker von 940.000 Euro Altlasten befreit ist (die TT berichtete), offiziell ist es seit gestern.

Der Alfred Hörtnagl des Jahres 2005.
© gepa

Neu ist auch nicht, dass Alfred Hörtnagl das Amt des General Managers bekleidete. Offiziell trat der 49-Jährige aber gestern erstmals auf.

Und neu war gestern auch nicht, was der Wipptaler dabei sagte. Aber wenn ein erhoffter Heilsbringer wie eben Hörtnagl in schwarzgrünen Visionen schwelgt, dann schenkt die Öffentlichkeit dem umso mehr Glauben.

Der Wipptaler ließ bei seinem gestrigen Auftritt, dem er den Titel „Mission Wacker 2020“ gab, zunächst einen Videoclip für sich sprechen: Knapp drei Minuten pure Emotion von den Jahren 1913 bis 2015; Tore, schöne Momente, Gänsehaut. Dann legte Ali H. selbst die Wacker-Platte auf: Der Verein sei ein Tiroler Kulturgut, das es zu hegen und pflegen gelte. Und irgendwann wolle man auch wieder international spielen.

Die Legende sprach in Bildern, in Zahlen ließ sich Hörtnagl nur beim Thema Wiederaufstieg festnageln: „Im Jahr 2017 wollen wir oben sein.“ Das trifft sich mit dem Vertrauenszuschuss der Partner und Sponsoren, die zumindest bis 2018 ihre Zusage gegeben hätten.

Auch für Präsident Josef Gunsch war der gestrige Mittwoch ein „Freudentag“, seine Gratulation an Alfred Hörtnagl unmittelbar nach der Präsentation schien deshalb auch keineswegs aufgesetzt. „Wir sind von der Konsolidierungsphase in die Wachstums­phase übergegangen.“ Beim FC Wacker scheint man derzeit gerne in strategischen Konzepten und Bildern zu sprechen, nicht immer konnte man gestern folgen. Aber die Fakten – die letzte Bilanz weist kein Minus mehr auf – sprechen für sich. Warum Alfred Hörtnagl erst nach einigen Wochen vor die Presse trat, hätte seinen Grund gehabt: „Ich wollte wissen, wovon ich rede.“

Die nächsten Herausforderungen stehen an: Hörtnagl soll als Geschäftsführer der zu gründenden Wacker-Kapitalgesellschaft (Profibetrieb) auftreten, dann haftet der 49-Jährige auch selbst.

Nun solle vieles neu aufgestellt werden: Das beginnt beim Mentaltraining und der Medienschulung für Jungprofis und endet damit, dass der FC Wacker keine Fahrstuhlmannschaft mehr sein soll. „Wir tragen das Feuer der Tradition weiter in eine hoffnungsvolle und erfolgreiche Zukunft.“ Als Tabellenführer gilt das schon für die Gegenwart. Ali Hörtnagl hörte man gestern jedenfalls gerne zu.

Also sprach Alfred Hörtnagl

Zum FC Wacker (1): „Der Verein ist ein Tiroler Kulturgut. Ihn müssen wir hegen, pflegen und beschützen wie eine Pflanze.“

Zu Rolle als General Manager: „Das bezeichnet mich halt als einen der höchsten Diener dieses Tiroler Kulturguts. Der Name drückt das aus, meine Verantwortlichkeit geht auch in den wirtschaftlichen Bereich.“

Zum FC Wacker (2): „Wir sind kein Verein, der betteln geht. Wir haben etwas zu bieten.“

Zum Stadionbesuch: „Wir wollen, dass die Leute wieder aus den Tälern rauskommen, um sich den FC Wacker anzuschauen.“

Zur Infrastruktur (Stichwort eigener Trainingsplatz): „Die Situation ist eine Herausforderung, aber es macht keinen Sinn, das jetzt anzuprangern. Wir müssen schauen, aus den vorhandenen Ressourcen das Beste herauszuholen.“

Zur finanziellen Situation: „Wir sind jetzt schuldenfrei, das ist für mich die Basis.“

Zu den übrigen Wacker-Mannschaften: „Die Amateure sollen in der höchstmöglichen Spielklasse vertreten sein, auch die Damen-Mannschaften sind uns ein großes Anliegen.“

Zur Ausbildungssituation: „Wir haben keine Scoutingabteilung, hier müssen wir etwas tun.“

Zu den Zielen: „Wir wollen 2017 aufsteigen, irgendwann international erfolgreich sein.“