Riccardo Muti plant kein Comeback an der Scala

Rom/Mailand (APA) - Der italienische Dirigent Riccardo Muti plant kein Comeback an der Mailänder Scala. „Eine Rückkehr an die Scala ist nich...

Rom/Mailand (APA) - Der italienische Dirigent Riccardo Muti plant kein Comeback an der Mailänder Scala. „Eine Rückkehr an die Scala ist nicht in meinen Gedanken. Sollte es passieren, wird es eben passieren. Aber ein Konzert zu machen und dann wieder zu gehen, was hat das für einen Sinn?“, fragte Muti nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA bei einer Veranstaltung in Mailand am Mittwoch.

„Ich war 19 Jahre lang an der Scala. Ich habe dieses Theater verlassen, um Musikdirektor des Orchesters von Chicago zu werden, das mit den Wiener und den Berliner Philharmonikern zu den drei größten Orchestern der Welt zählt. Das Orchester in Chicago liebt mich sehr, ich liebe es und es schenkt mir viel Freude“, so Muti.

Der Dirigent kritisierte die von Scala-Intendant Alexander Pereira im September organisierte Aufführung von Donizettis „L Elisir d ?Amore“ auf dem Mailänder Flughafen Malpensa. „Was taten die Sänger dort? Waren sie dort, um in ein Flugzeug einzusteigen? Ich finde diese Aufführung eine gute Idee, das meine ich ironisch“, kommentierte Muti. Die Aufführung war eine Produktion der Scala zusammen mit dem italienischen TV-Sender RAI, dem französisch-deutschen Arte sowie dem Schweizer SSR und wurde live übertragen.

Muti kritisierte, dass in der Musikszene heutzutage zu sehr der visuelle Aspekt berücksichtigt werde. „Wir leben in einer visuellen Gesellschaft, die gewöhnt ist, mehr zu sehen als zu hören. Wir leben in einer Welt, die sich von der tiefen Essenz der Dinge entfernt. Man muss zurück zur Einfachheit“, so Muti.