Bergrettung Salzburg will Geld vom Tourismus
Salzburg (APA) - Die Bergrettung Salzburg will, dass sich der Tourismus in Zukunft an den Einsatzkosten beteiligt: „Die Zahl der Einsätze is...
Salzburg (APA) - Die Bergrettung Salzburg will, dass sich der Tourismus in Zukunft an den Einsatzkosten beteiligt: „Die Zahl der Einsätze ist in den vergangenen Jahren zwar nur leicht gestiegen, die Einsätze werden aber durch neue Trendsportarten aufwendiger, länger und intensiver“, sagte Landesleiter Estolf Müller - und ließ am Mittwoch mit einem Vorschlag aufhorchen, der schon in Tirol für Diskussionen sorgte.
„Von jeder Nächtigung sollen zwei Cent der Bergrettung als Basisfinanzierung zur Verfügung gestellt werden. Der einzelne Urlauber würde das nicht spüren, unsere Finanzierungsprobleme wären damit aber zum größten Teil erledigt“, betonte Müller. Vor allem die hohen Ausgaben für die Umstellung auf Digitalfunk im kommenden Jahr wären damit abgedeckt.
Zieht man die rund 25,5 Millionen Nächtigungen heran, die im Tourismusjahr 2013/2014 im Bundesland Salzburg verzeichnet wurden, würde das der Bergrettung jährliche Einnahmen in der Höhe von rund 500.000 Euro bescheren. Zwar würden laut Müller einzelne Gemeinden und Tourismusbetriebe die Bergrettung bereits heute finanziell unterstützen. „Von oberster Tourismusstelle gibt es aber leider kein Geld.“ Er hält darum eine Sondersteuer für gerechtfertigt: „Man darf nicht vergessen, dass unsere Bergwelt das Rückgrat des österreichischen Tourismus bildet. Der Großteil unserer Einsätze gilt Touristen und Urlaubern aus Österreich und aller Welt.“
Wie die Bergrettung Salzburg am Mittwoch betonte, rechne man für das kommende Geschäftsjahr mit einem kräftigen Minus in den Bilanzen - aus unterschiedlichsten Gründen: „Für Einsätze beim Canyoning, Eisklettern oder Paragleiten benötigen wir zunehmend Spezialisten und Spezialausrüstung, um effizient Hilfe leisten zu können.“ Auch der Aus- und Fortbildungsaufwand werde umfangreicher, das Material verändere sich ständig. So schlagen sich Ausbildung, Ausstattung und Versicherung eines Bergretters durchschnittlich mit etwa 2.500 bis 3.000 Euro zu Buche.
Die Bergrettung Salzburg finanziert sich zu knapp 25 Prozent über öffentliche Subventionen von Gemeinden und Land. „Die meisten Ausgaben werden durch Sponsoren, Förder-Mitgliedschaften und Einsatzverrechnungen getragen“. Allerdings bleibt die Organisation nach wie vor oft auf Einsatzkosten sitzen. „20 bis 30 Prozent zahlen gar nicht, manche erst Jahre verspätet“, erklärte Müller.
Klare Ablehnung zu der Idee äußerte am Mittwoch der Salzburger Landestourismuschef Leo Bauernberger: „Eine Sondersteuer ist ein sehr unkreativer Ansatz.“ Ein Produkt für alle teurer zu machen, um Serviceleistungen in zweiter oder dritter Ebene zu finanzieren, lehne er ab. „Genauso wird es keinen Pisteneuro oder Pistencent für künstliche Beschneidung geben.“ Er sei vielmehr für lokale und regionale Lösungen. „Hier gibt es bereits jetzt jede Menge Initiativen.“
In Zurückhaltung übte sich auch das Land. Wie ein Sprecher des zuständigen LH Wilfried Haslauer (ÖVP) sagte, stünden demnächst Gespräche und Verhandlungen mit der Bergrettung auf der Agenda. „Die Bergrettung bekommt über den Rettungsschilling aber bereits jetzt Unterstützung des Landes. Der Landeshauptmann steht der Bergrettung aber sehr aufgeschlossen gegenüber.“ Zuletzt sei die Bergrettung etwa in zwei Sonderaktionen mit Defibrillatoren und Lawinen-Airbags im sechsstelligen Euro-Bereich ausgestattet worden.
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