Türkischer Staatschef Erdogan gedachte Anschlagsopfern in Ankara
Ankara (APA/AFP) - Vier Tage nach dem Anschlag mit fast hundert Toten auf eine Friedensdemonstration in Ankara hat der türkische Staatschef ...
Ankara (APA/AFP) - Vier Tage nach dem Anschlag mit fast hundert Toten auf eine Friedensdemonstration in Ankara hat der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan der Opfer gedacht. Vor dem Bahnhof der Hauptstadt, wo sich am Samstag zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt hatten, legte er am Mittwoch ein Blumengebinde nieder.
Begleitet wurde Erdogan beim Gedenken an die Opfer von seinem finnischen Kollegen Sauli Niinistö. Der türkische Präsident steht wegen des verheerendsten Anschlags in der Geschichte der Türkei erheblich unter Druck. Oppositionspolitiker werfen ihm vor, für das aufgeheizte Klima im Land verantwortlich zu sein.
Bei dem Anschlag auf eine Friedensdemonstration linker und prokurdischer Gruppen waren am Samstag in Ankara mindestens 97 Menschen getötet und mehr als 500 weitere verletzt worden. Laut der Regierung wurde das Attentat von zwei Selbstmordattentätern verübt. Ankara erklärte die Jihadistenorganisation IS zum Hauptverdächtigen.
Nach Angaben der offiziellen Nachrichtenagentur erließ die Staatsanwaltschaft ein Verbot, über die Ermittlungen zu berichten. Dennoch wurde am Mittwoch aus Behördenkreisen bekannt, dass zwei Nutzer des Onlinediensts Twitter mit Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) Stunden vor dem Anschlag über ein bevorstehendes Attentat berichtet hätten.
Vieles deutet zunehmend darauf hin, dass sich die Behörden bei ihren Ermittlungen auf mögliche Parallelen oder sogar Verbindungen zu dem Selbstmordanschlag vom 20. Juli im südtürkischen Suruc an der Grenze zu Syrien konzentrieren. Damals waren bei einer Friedensveranstaltung 34 Menschen getötet worden, bei den Opfern handelte es sich ebenfalls um linke und prokurdische Aktivisten. Auch für diesen Anschlag machte die Türkei den IS („Islamischer Staat“) verantwortlich.
Die jüngsten Anschläge verschärften die politischen Spannungen in der Türkei vor der Parlamentsneuwahl am 1. November. Im Juni hatte Erdogans islamisch-konservative AKP nach zwölf Jahren erstmals ihre Regierungsmehrheit eingebüßt. Opposition und Beobachter werfen Erdogan vor, die Neuwahl gezielt herbeigeführt zu haben, um diese zurückzuerobern. Seit Juli verschärfte sich überdies der Konflikt zwischen der Regierung und kurdischen Rebellen wieder deutlich.
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