Kufstein

Neuer Anlauf für Überwachung

Stadtrat Horst Steiner sorgt sich um die Sicherheit in Kufstein und fordert Videokameras.

Von Michael Mader

Kufstein –Nach dem schrecklichen Mord im Jänner 2014 an der jungen französischen Studentin Lucile K. an der Inn­promenade in Kufstein wurde von den Stadtverantwortlichen unter anderem eine großangelegte Videoüberwachung an sechs verschiedenen Plätzen in der Festungsstadt angedacht. Nach einer Überprüfung durch die Polizei winkte die Bezirkshauptmannschaft Kufstein aber ab, weil eine Häufung von Straftaten an bestimmten Plätzen fehlte.

Für Stadtrat Horst Steiner von der Bürgerliste steht die Sicherheit bei allen Umfragen in der Bevölkerung aber an vorderster Stelle. Das will er nun genau hinterfragen und wird dazu kommenden Montag und Dienstag von 9 bis 16 Uhr einen kleinen Informationsstand vor dem Rathaus aufbauen. Er will von den Bürgern wissen, wie sicher sie sich in Kufstein fühlen. „Die Leute können mit ‚sicher‘, ‚unsicher‘ und ‚weder noch‘ entweder anonym oder namentlich ihr Befinden zum Ausdruck bringen. Weiters sollen die Menschen in unserer Stadt Kufstein ihre Vorschläge für mehr Sicherheit in unserer Stadt einbringen“, erklärt Steiner. Nach Meinung der Bürgerliste sollte auch ein neuerlicher Anlauf für eine Überwachung bestimmter Straßen und Plätze durch Videokameras unternommen werden.

Für Bürgermeister Martin Krumschnabel (Parteifreie) macht es keinen Sinn, diesen Antrag, den auch er befürwortet hatte, zu wiederholen: „Damals wurde das abgelehnt, weil es diese Hotspots nicht gibt. Gott sei Dank hat sich an dieser Situation ja nichts geändert.“ Er könne nicht verstehen, dass Steiner jetzt künstlich versuche, eine Sicherheitsdebatte loszulösen, nur weil im Februar nächsten Jahres Gemeinderatswahlen seien. Für Krumschnabel gebe es sicher genug konstruktivere Themen.

Dass es keine Häufung von Straftaten auf bestimmten Plätzen in Kufstein gibt, bestätigt auch der stellvertretende Kommandant der Polizeiinspektion Kufstein, Josef Gschwentner: „In so einem Fall müsste gar nicht die Stadtgemeinde tätig werden, das läge ja auch in unserem Interesse, diese Plätze zu überwachen.“