RWA-Chef mahnt Diskussion über Pflanzenschutz ein

Wien (APA) - Der Direktor der Raiffeisen Ware Austria (RWA), Reinhard Wolf, hat eine gesellschaftspolitische Diskussion zum Thema Pflanzensc...

Wien (APA) - Der Direktor der Raiffeisen Ware Austria (RWA), Reinhard Wolf, hat eine gesellschaftspolitische Diskussion zum Thema Pflanzenschutz eingemahnt. „Wir müssen höllisch aufpassen, dass Indikationslücken nicht so groß werden, dass man durch diese Lücken durchfällt und in manchen Kulturen massive Probleme entstehen“, warnte der RWA-Chef Mittwochabend vor Journalisten in Wien.

Heuer habe es einen geringeren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, auch Glyphosat, in der heimischen Landwirtschaft gegeben. Einerseits sei dies der trockenen Witterung geschuldet gewesen, andererseits der Verschiebung von Kulturen - mehr Soja, mehr Kürbis, weniger Raps, weniger Mais. Ursprünglich natürlich auch neuen Regeln im Sinne des Bienenschutzes.

Witterungsbedingt habe es heuer in Österreich eine gute Getreideernte gegeben, aber eine schwache Herbsternte, die derzeit ende, erklärte Ernst Gauhs, RWA-Bereichsleiter Landwirtschaftliche Erzeugnisse. Insgesamt ergab sich eine Marktleistung von 2,1 Mio. Tonnen. Zur Versorgung der heimischen Industrie müsse heuer 1 Mio. Tonne Mais importiert werden. Dies sei aber nicht schlecht, da hohe Qualitäten exportiert und niedrigere Qualitäten importiert würden. Und bei den hohen Qualitäten wie etwa Premiumweizen könne man sich gut von den Weltmarktpreisen abheben. Für die verarbeitende Industrie spielen sowohl Weizen als auch Mais eine Rolle.

Gelitten haben im Herbst Rüben und Erdäpfel. Hier hat sich der trockene Sommer schließlich doch stark bemerkbar gemacht.

Für die weitere Preisentwicklung von Getreiden spiele die Trockenheit wegen des Wetterphänomens El Niño in Australien eine Rolle, aber auch die Entwicklung der benötigten Mengen in China, erklärte Gauhs die globalen Zusammenhänge. Man stehe global gesehen schließlich immer vor neuen Ernten.

Dem RWA-Chef Wolf wiederum bereitet der „Landtechnikmarkt alles andere als Freude“. Die RWA betreibt die Raiffeisen-Lagerhäuser, die auch mit neuen Traktoren handeln - und hier wird heuer ein Einbruch bei den Verkäufen von 12 Prozent erwartet, nachdem schon das Vorjahr ein Minus bereitete. 2014 und 2015 zusammengenommen würden die Verkäufe um ein Drittel absacken. Heuer wird insgesamt mit nur 5.200 Neuzulassungen gerechnet, „ich hoffe nicht noch schlechter“, so Wolf. Übrige Landmaschinen hätten das Absatzproblem nicht. Die Lagerhäuser wirtschafteten auch wegen ihrer breiten Aufstellung gut, man sei insgesamt mit der Entwicklung zufrieden, sagte Wolf. Das vierte Quartal sei aber auch noch ein ganz wesentliches.

Johann Blaimauer, RWA-Bereichsleiter Saatgut, sprach unter anderem von guten Exportchancen bei bestimmten Saatgut wie Mais aber auch bei der Sojabohne. Beim Ölkürbis sei man überhaupt weltweit führend in der Züchtung. Verliererkulturen waren hierzulande zuletzt wegen starker Flächenverschiebungen Raps und auch der Mais sowie witterungsbedingt der Winterweizen.

~ WEB http://www.raiffeisen.at ~ APA077 2015-10-15/09:14