Börse Frankfurt im Eröffnungshandel etwas fester

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die Aussicht auf weiteres Billiggeld hat den DAX am Donnerstag ins Plus gehievt. Der deutsche Leitindex er...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die Aussicht auf weiteres Billiggeld hat den DAX am Donnerstag ins Plus gehievt. Der deutsche Leitindex erholte sich etwas von seinen Kursverlusten in dieser Woche und sprang sogar kurz über die Marke von 10.000 Punkten. Zuletzt stieg das Börsenbarometer um 0,67 Prozent auf 9.982,72 Punkte.

Händler verwiesen auf die gefestigte Erwartung, dass die US-Notenbank Fed ihre erste Zinserhöhung seit der Finanzkrise ins kommende Jahr verschieben werde. Niedrige Zinsen lassen Aktien im Vergleich zu anderen Anlageklassen wie etwa Anleihen attraktiv erscheinen.

Die amerikanische Wirtschaft ist zwar laut dem Konjunkturbericht der Fed weiter auf Wachstumskurs. Unter dem Strich sei das Wirtschaftswachstum von Mitte August bis Anfang Oktober allerdings nur mäßig gewesen, hieß es. „Die Zinsfantasien in den USA sind gedämpft“, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba.

Der MDAX der mittelgroßen Aktienwerte gab dennoch um 0,15 Prozent auf 19.557,40 Punkte nach. Hier drückte ein Kursrutsch bei den Papieren des Online-Modehändlers Zalando auf die Stimmung, der im vergangenen Quartal in die roten Zahlen gerutscht war. Für den Technologiewerte-Index TecDAX ging es um 0,31 Prozent auf 1.696,82 Punkte nach oben.

In Frankfurt setzte sich die Serie negativer Überraschungen vonseiten der Unternehmen fort: So büßten die Aktien von Zalando am MDAX-Ende mehr als 8 Prozent ein. Zuletzt hatte der Online-Händler trotz hoher Investitionen und Problemen mit der Zahlungsmoral einiger Kunden profitabel gearbeitet. Der operative Verlust kommt für die meisten Analysten daher überraschend. Sie hatten mit einem Gewinn gerechnet. Zalando-Vorstand Rubin Ritter begründete den Verlust unter anderem mit „gezielten Wachstumsinvestitionen“.

Die Papiere von Wacker Neuson sackten nach einer Gewinnwarnung sogar um knapp 10 Prozent ab und waren damit das klare Schlusslicht im Index der kleineren Werte SDAX. Der Baumaschinenhersteller sprach von einer weiteren Eintrübung des Geschäftsumfeldes in den Schwellenländern sowie in den von Rohstoffpreisen abhängigen Absatzmärkten. „Das ist ein schwerer Schlag für das Unternehmen, das beim Umsatz und der Marge sehr heftig zurückrudert“, sagte ein Händler.

Für positive Überraschungen sorgten Bilfinger und ProSiebenSat.1. Das starke Wachstum im Digitalgeschäft macht den Medienkonzern ProSiebenSat.1 zuversichtlicher für die kommenden Jahre, sodass die Anteilsscheine um rund zweieinhalb Prozent stiegen. Der kriselnden Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger will sich zukünftig nur noch auf die beiden Sparten mit Industrie- und Immobiliendienstleistungen konzentrieren und sich dort noch stärker spezialisieren. Die Anleger honorierten dies mit einem Plus von 0,90 Prozent.

Darüber hinaus bewegten Analystenkommentare. So äußerte sich die US-Investmentbank Morgan Stanley negativ zu den Papieren von Bayer. Der Chemie- und Pharmakonzern entwickle sich in puncto Gewinnwachstum, Free Cashflow und Dividendenrendite unterdurchschnittlich, schrieb die Expertin Amy Walker. Die Papiere gaben im DAX um 0,37 Prozent nach.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA129 2015-10-15/10:24