Mit Kontrollen gegen den Schlendrian auf der Straße
20 Prozent der kontrollierten Lkw vor dem Roppener Tunnel waren am Donnerstag überladen. Am Fernpass liegt der Teufel in der Verordnung.
Von Alexander Paschinger
Roppen, Imst –Es ist Herbst, eindeutig: Der Donnerstagvormittag gestaltet sich ein wenig nasskalt, die Wolken hängen tief und die Mütze hat der Asfinag-Mitarbeiter tief über die Stirn gezogen. Er blickt auf seine Stricherlliste – „von den 19 kontrollierten Lkw waren bis jetzt vier überladen, das sind gut 20 Prozent“, resümiert er am späten Vormittag. Seit halb sieben in der Früh wird vor dem Roppener Tunnel kontrolliert. „Nicht jeder muss über den Wiegeteppich“, erklärt ein Autobahnpolizist. Ein Unterländer Transporter musste drüber – einige Stunden später muss ein zweites Fahrzeug der Firma anrücken, um einen Teil der Ladung zu übernehmen.
Gemeinsam mit der Asfinag gibt es rund dreimal im Monat eine solche Kontrolle. Die Asfinag hat den Wiegeteppich dabei, die Beamten die Autorität. Nur, dass auch Beamte der Bezirkshauptmannschaft vor Ort sind, das ist seltener. Verkehrs- , Gewerbe und Lebensmittelbestimmungen werden überwacht.
„Die Moral war schon einmal besser“, weiß der für Verkehr zuständige stellvertretende Bezirkspolizeikommandant Gert Pfeifer. Man werde halt wieder laxer, wenn nicht so kontrolliert werde. Wobei er überzeugt ist, dass gerade bei der Überladung zumeist Schlamperei und Zeitdruck die eigentlichen Ursachen sind.
Im Bezirk Imst hat man sich heuer besonders den Lkw-Kontrollen verschrieben. Ein wesentlicher Grund ist die Sperre des Arlbergtunnels bis zum 14. November: „Vor allem in den ersten zwei, drei Monaten haben wir recht viele erwischt“, erklärt Pfeifer. Zumeist am Nassereither Kettenanlegeplatz – die mussten dann wieder retour ins Inntal. „Wir haben aber allgemein ein Problem mit der Verordnung“, erklärt er weiter. Denn die Bestimmungen rund um den Quell- und Zielverkehr beziehe sich auf keine Mengenangaben: „Das heißt, dass eine Palette mit fünf Kübeln, die sich auf einem Lkw befindet und im Außerfern geliefert werden sollte, die Fahrt des Fahrzeugs rechtfertigt.“ Und bei der Überprüfung dieser Liefer-Alibis tun sich die Beamten besonders schwer.
Leichter geht es da freilich am Donnerstagvormittag auf der Autobahn zu. Denn mit Polizei, Asfinag und Bezirkshauptmannschaft arbeiten drei Institutionen effizient zusammen. Und sogar für die schwarzen Schafe ist diese schnelle Aburteilung „angenehmer“: Die Verwaltungsstrafe ist nämlich, wenn sie vor Ort gleich gezahlt wird, um einiges billiger.
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