Test

Ein Italiener für Herz und Verstand

© Fellner Reinhard

Mit dem 500X hat Fiat einen Volltreffer gelandet. Mit viel technischer Kompetenz und Stilsicherheit wurde die Marke „500“ in die Kompakt-SUV-Klasse transferiert. Im Test diesmal der spritzige 140-PS-Turbobenziner.

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Das Fahrzeugsegment kompakter SUV und Crossover boomt derzeit wie kein anderes. Der Geländelook ist noch immer schwer angesagt, große Bodenfreiheit und hohes Sitzen sprechen hingegen praktische Bedürfnisse an. Als Fiat seinen 500X als Bruder des Jeep Renegade präsentierte, kannte ihn ohnehin schon jeder, ohne ihn gesehen zu haben. Zu sehr drang die Werbung des durch Viagra angeschwollenen 500 in die Herzen des Publikums – wie das Auto selbst. Denn mit dem 500X gelang Fiat erneut ein Statement zu was die Turiner zu leisten imstande sind.

Die Technik

Motor: Vierzylinder Turbo-Benziner

Hubraum: 1368 ccm

Drehmoment: 230 Nm bei 1750 U/min

Leistung: 103 kW/140 PS

L/B/H: 4248/1796/1600 mm

Gewicht: 1395/1925 kg

Kofferraumvolumen: 350–1000 l

Tankinhalt: 48 l

Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h

0–100 km/h: 9,8 Sekunden

Verbrauch: 7,8 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Frontantrieb

Preis: (140 Lounge) 24.700 Euro

CO2-Emission: 137 g/km

Schon das schmucke Design des 4,25 Meter Kompakten lässt noch heute Passanten auf dem Gehsteig vor dem Italiener verharren. Dabei wurde mit enormer Geschmackssicherheit und Detailverliebtheit das Thema „500“ in die Kompaktwagenklasse transferiert. Mehr noch als der 500L strahlt der X jedoch vollkommene Ernsthaftigkeit und Erwachsenheit aus. Auch im Innenraum hat Fiat alle Register gezogen und einen gekonnten Mix aus Stil, Qualität und lebensfrohem Ambiente geschaffen. Wie schon bei anderen Fiat-Modellen überrascht mittlerweile zudem der Qualitätseindruck von Karosserie und Innenraum. So kommt bei ansprechender Sitzposition schon im Stand schnell Freude auf – der zentrale Multimedia-Bildschirm liegt hoch oben direkt im Fokus des Fahrers.

Nach der fulminanten, aber recht kostspieligen 140-PS-Diesel-Allrad-Neungangautomatikversion (32.450 Euro) rollte der 500X diesmal in seiner 140-PS-Turbobenzinerversion zum TT-Test. In der noblen Lounge-Version schlagen für ihn 24.700 Euro zu Buche – 550 Euro weniger als für die Frontantriebsversion des 120-PS-Diesels.

Eine gute Wahl. Denn der auffallend spritzige Turbobenziner weckt schnell südländische Gefühle. Speziell im Sportprogramm des Fahrmodus-Schalters wirkt der Turiner fast schon ungestüm. Das macht im Zusammenspiel mit dem kurvengierigen Fahrwerk mitsamt zielgenauer Lenkung richtig Spaß. Bald sind Mensch und Maschine eins und beide freuen sich auf die nächste Kurve. Aber auch im Alltag ergibt diese Version eine allseits entspannte und souveräne Motorisierung.

Wer allerdings gleichzeitig sänftenartigen Komfort erwartet, ist bei einem sportlichen Kompakt-SUV schlicht falsch am Platz. Kurze Stöße bleiben nicht verborgen – dafür sorgte schon die schicke 18-Zoll-Bereifung am Testwagen. Bis heute zählen Turbobenziner zudem nicht zu den begabtesten Sparern, zumal wenn sie derart viel Fahrspaß bieten. So flossen 7,5 bis acht Liter durch die Brennräume. Für ausgewiesene Sparefrohs gibt es – jetzt ganz neu – aber auch einen 95-PS-Diesel, zumal sich der X auch sonst als praktisches Auto für jeden Tag präsentierte, der sich sowohl auf der deutschen Autobahn erwachsen, als auch im Stadtgewusel erfreulich wendig präsentierte.

So spricht der 500X letztlich Herz und Verstand an. Ab 17.390 Euro oder 199 Euro monatlich kann man die Ehe besiegeln. Bis Jahresende gibt es noch Winterräder als Mitgift dazu. Wer über Fiat finanziert, bekommt fünfjährige Wartung dazu. Va bene.