Matt Berninger kann auch fröhlich: Debüt von El Vy - Popnews

Wien (APA) - *...

Wien (APA) - *

So verspielt hat man Matt Berninger wohl noch nie gehört: Der Sänger der US-Band The National, mit der er gewöhnlich im melancholischen Umfeld wildert, hat gemeinsam mit seinem Kollegen Brent Knopf unter dem Namen El Vy ein Album aufgenommen. Auf „Return To The Moon“ gibt es zwar auch ironisch-düstere Töne zu vernehmen, grundsätzlich durchweht die elf Stücke aber ein leichtfüßiger Touch. Bestes Beispiel dafür ist der titelgebende Opener, der mit federndem Gitarrenmotiv und entspannter Rhythmussektion für laue Sommernächte gemacht scheint. Zwischendurch wird natürlich auch in feinstem Moll agiert, aber wenn es etwa wie in „Sad Case“ mit einer kantigen Instrumentierung ausgeführt wird, fühlt man sich auch hier angenehm überrascht. Knopf, früher Teil der Indie-Combo Menomena, hat lange mit Berninger an diesen Stücken gefeilt. Die Zeit hört man „Return To The Moon“ letztlich auch an: Ein Album, das sich nach und nach entfaltet, mit Detailverliebtheit lockt und das trotz eines optimistischeren Gestus dennoch Lust auf den Herbst macht. Auch unter fallenden Blättern lässt es sich zu „Happiness, Missouri“ bestens tanzen.

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Still sitzen ist nicht angesagt, wenn At Pavillon zu den Instrumenten greifen: Das in Wien ansässige Quartett hat dafür eine viel zu große Portion Funk und Disco gepachtet, die sofort in die Beine fährt. So auch auf der Ende Oktober erscheinenden neuen EP „Disco Demolition Night“. Darauf haben Mwita Mataro, Bernhard Melchart, Tobias Kobl und Paul Majdzadeh Ameli vier Songs versammelt, die gekonnt Vergangenes replizieren, dabei aber nicht im Retrocharme verhaftet bleiben. Sei es der „Hidden Key“ oder „Face It“, hier fühlt man sich an auf fröhliche getrimmte Bloc Party gleichermaßen erinnert wie Größen der Disco-Ära. Live wird das von Markus Perner produzierte und Rodney Hunter gemischte Werk am 27. Oktober in der Fluc Wanne in Wien vorgestellt.

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Eine echte Kostbarkeit aus den Archiven von Queen wird am 20. November veröffentlicht: „A Night At The Odeon“ (Virgin) heißt die zeitgemäß restaurierte Fassung eines sattsam raubkopierten Konzertmitschnitts vom Heiligen Abend 1975, der live in Radio und TV übertragen wurde. Die Weihnachtsshow im Londoner Hammersmith Odeon (Eintritt: 2,50 Pfund!) bildete den Schlusspunkt der „A Night At The Opera“-Tour, auf der erstmals „Bohemian Rhapsody“ live zu erleben war. Weil die BBC-Filmcrew nicht mit einer zweiten Zugabe rechnete, sind die letzten beiden Nummern nicht auf Zelluloid erhalten, sehr wohl aber im Audioformat. Erhältlich sein wird dieses rockgeschichtliche Dokument in verschiedenen Varianten: u.a. als CD, DVD, SD Blu-ray, Doppel-LP, Digital-Download und als Super Deluxe Box Set inklusive Ticket-Replikat, Konzertprogramm, erstmals veröffentlichtem Soundcheck, Show-Luftballons und weiteren Memorabilien.

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Das Cover nimmt ein wenig vorweg, was zu erwarten ist: Dallas Green hat auf seinem fünften Album als City and Colour bisweilen einen düsteren Weg eingeschlagen. So wie „If I Should Go Before You“ mit einem Foto des Sängers vor einem heruntergekommenen Gebäude illustriert wird, so fährt der monumentale Opener „Woman“ in seinen mehr als neun Minuten schwere Geschütze auf, von atmosphärischem Folk über progressive Anleihen bis zu schwergewichtigem Postrock. Die Stärke der neuen Platte liegt aber nicht in der Entwicklung vom Singer-Songwriter zum nachdenklichen Rockmusiker, sondern in der Wandlungsfähigkeit von Green. In diesen elf Stücken, die er erstmals gemeinsam mit seiner Liveband eingespielt hat, streift er quasi alle bisherige Schaffensphasen und fabriziert dennoch ein homogenes Werk - zerbrechlich im Titelstück, eingängig bei „Friends“ oder dunkel eingefärbt wie der Rausschmeißer „Blood“.

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Zwischen Popästhetik und Kammermusik bewegt sich Jodie Landaus Debüt: Der 23-jährige Komponist, Sänger und Perkussionist hat mit dem Ensemble Wild Up „You Of All Things“ eingespielt und präsentiert sich in den zehn Stücken als Freund dramatischer Wendungen. Insofern passend, dass das Album nicht nur auf dem isländischen Label Bedroom Community erscheint, sondern von Hauschef Valgeir Sigurdsson höchstpersönlich produziert wurde. Dieser hat stets ein Faible für Künstler mit atmosphärischer Schlagseite an den Tag gelegt, so auch diesmal. Vom exaltierten „Orlando & Tiresias“ über das kurze Zwischenspiel „Taste Of The Room“ bis zum zentralen Stück „This“ gelingt hier ein verspieltes, abwechslungsreiches und farbenfrohes Werk, das am besten in einem Sitz genossen wird.