Flüchtlinge - Kroatischer Innenminister gegen einen Grenzzaun
Zagreb (APA) - Der kroatische Innenminister Ranko Ostojic hat sich am Donnerstag gegen den Bau eines Grenzzauns ausgesprochen. Ostojic wider...
Zagreb (APA) - Der kroatische Innenminister Ranko Ostojic hat sich am Donnerstag gegen den Bau eines Grenzzauns ausgesprochen. Ostojic widersprach damit Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic, die angesichts der aktuellen Flüchtlingskrise die Errichtung eines solchen nicht mehr ausschloss. Keine Mauer könne die Flüchtlinge aufhalten, erklärte der Minister laut Nachrichtenagentur Hina am Mittwochabend.
„Wenn man nicht vorhat, rigorose Gesetze zu verabschieden und jemanden, der den Zaun berührt, zu fünf Jahren Haft zu verurteilen oder man nicht bereit ist, auf die Menschen zu schießen, dann sollte man keine leeren Drohungen machen und erzählen, dass wir die Menschen auf diese Weise aufhalten können“, kommentierte Ostojic die Aussagen der Präsidentin vom Mittwoch.
Grabar-Kitarovic schloss in einem Zeitungsinterview den Bau einer Art physischen Barriere nicht aus. „Ich möchte das vermeiden, aber in der Zukunft sehe ich wenig Möglichkeiten, wie wir uns sonst verteidigen können“, sagte sie demnach.
Die Kontrolle an der kroatischen Grenze ist laut dem Innenminister lückenlos. „In diesem Moment würde ich nicht jedes Geschwätz beachten. Nach allem, was wir gemacht haben, brauche ich mir solche Sachen nicht anzuhören“, sagte Ostojic laut Hina.
Am morgigen Freitag wird es genau ein Monat sein, seit Kroatien nach der Schließung der ungarisch-serbischen Grenze zum Transitland für die Flüchtlinge auf ihrem Weg Richtung Mitteleuropa wurde. In dieser Zeit passierten rund 178.000 Menschen das Land. Die aus Serbien ankommenden Flüchtlinge werden von kroatischen Behörden organisiert an die ungarische Grenze transportiert.
Der Flüchtlingszustrom lässt indes nicht nach. Am gestrigen Mittwoch gab es 4.800 Neuankünfte, am Donnerstag bis 9.00 Uhr kamen mehr als 2.000 neue Flüchtlinge in das Aufnahmelager in Opatovac an, teilte das Innenministerium mit.
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