Bürgermeister will Hof der Grünbergs in Kematen zurückkaufen
Beim behindertengerechten Umbau des Jedlerhofs für Kira Grünberg gibt es Unstimmigkeiten zwischen der Gemeinde Kematen und Frithjof Grünberg.
Von Denise Daum
Kematen –„Wir sind sehr ergriffen von Kiras Schicksal und tun alles für sie“, schickt Kematens Bürgermeister Rudolf Häusler voraus. „Ich möchte, dass sie ein Zuhause hat. Aber der Druck, der mir auferlegt wird, ist groß.“ Wie berichtet, plant Frithjof Grünberg den so genannten Jedlerhof für seine Tochter behindertengerecht umzubauen. Der Denkmalschutz an dem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert erweist sich dabei als Herausforderung – für alle Beteiligten. Grünberg fordere, dass der Denkmalschutz falle, damit das Gebäude abgerissen werden kann, sagt BM Häusler. „Wir kommen der Familie sehr entgegen und bemühen uns wirklich um eine Lösung. Aber den Denkmalschutz komplett aufheben – das geht bei aller Wertschätzung nicht.“ Der Bürgermeister will nun den Hof zurückkaufen. Die Familie habe das Gebäude 2010 um 50.000 Euro erworben, ungefähr denselben Preis will Häusler bieten. Ein entsprechender Antrag soll in der kommenden Gemeinderatssitzung eingebracht werden.
Kira Grünberg möchte aber ihrem Manager Thomas Herzog zufolge auf jeden Fall in Kematen bleiben. „Ihr bedeuten der Ort und das Haus sehr viel. Ihre Mobilität ist aber derart eingeschränkt, dass sie einfach Angst hat, dass der Denkmalschutz einen auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Umbau verhindert.“ Dass Frithjof Grünberg auf ein Aufheben des Denkmalschutzes und den Abriss des Jedlerhofs bestehen würde, sei so aber nicht richtig. „Die Emotionen gehen hoch. Wir haben es mit dem Schicksal einer behinderten Sportlerin zu tun, für die es ein Zuhause braucht.“
Ungeachtet des geplanten Rückkaufangebots der Gemeinde behandeln die Behörden derzeit die von Grünberg eingereichten Pläne für einen Umbau. Diese sind dem Bürgermeister zufolge „überdimensioniert. Die Pläne sehen auf drei Geschoßen eine Wohnnutzfläche von 600 Quadratmetern vor. Eingeplant sind zudem zwei Wohnungen für Pflegepersonal. Das sind nicht gerade kleine Dimensionen“, erklärt Häusler.
Die Ausmaße des Umbaus seien der Schwere der Behinderung Grünbergs geschuldet, betont Herzog. „Für Kira ist nur das Dachgeschoß mit 150 Quadratmetern. Das ist nicht so groß, wenn man bedenkt, dass sie zu jedem Möbelstück mit dem Rollstuhl zufahren können muss.“ Die beiden unteren Geschoße würden Reha-Becken und eine kleinere sowie größere Pfleger-Wohnung vorsehen, die notwendig seien. „Kira braucht nun mal eine 24-Stunden-Pflege“, betont der Manager.
Herzog will nun als Mediator fungieren und die Emotionen rausnehmen, um eine Lösung für Kira zu finden. Das Ziel: Ende des Jahres einen Baubescheid in Händen zu halten. Schließlich soll Grünberg das Reha-Zentrum im März verlassen.
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