Ecuador führte Pension für Hausarbeit ein

Quito (APA) - Ecuador hat per Anfang Oktober Hausfrauen und -männer in das staatliche Sozialversicherungssystem aufgenommen. Das berichtet a...

Quito (APA) - Ecuador hat per Anfang Oktober Hausfrauen und -männer in das staatliche Sozialversicherungssystem aufgenommen. Das berichtet am Donnerstag das Lateinamerika-Portal „amerika21.de“. Dank eines neuen Gesetzes erhalten Menschen, deren Hauptbeschäftigung in Haushaltsarbeiten besteht, künftig mit Erreichen des Pensionsalters eine Alterspension der staatlichen Sozialversicherung IESS.

Damit werde dem Verfassungsartikel 369 genüge getan, der eine „Universalisierung“ der Sozialversicherungsleistungen vorsieht, schrieb „amerika21.de“. Die Versicherungsbeiträge für Personen, die unbezahlte Haus- oder Pflegearbeit leisten, werden zum größten Teil vom Staat einbezahlt. Jährlich will die Regierung von Präsident Rafael Correa rund 27 Millionen US-Dollar (23,66 Mio. Euro) investieren, um die Pensionsbeiträge zu garantieren.

Betty Tola, Leiterin des Ministeriums für wirtschaftliche und soziale Teilhabe (MIES), bezeichnete das Gesetz demnach als „großen Schritt hin zur Anerkennung dieser produktiven Arbeit, die früher stets unsichtbar gemacht wurde“. Besonders wichtig sei das neue Gesetz laut Tola für die rund 234.000 Hausfrauen in Ecuador, die gegenwärtig den „Bono de Desarrollo Humano“ (Gutschein für menschliche Entwicklung) erhalten.

Diese staatliche Mindestleistung von 50 US-Dollar pro Monat wird an besonders bedürftige Familien bezahlt. Sie werden durch die automatische Eingliederung in die Sozialversicherung IESS im Alter in Genuss einer Rente kommen. Das Pensionseintrittsalter liegt in Ecuador bei 65 Jahren. Der Mindestbezug beträgt gegenwärtig 79 US-Dollar im Monat, soll laut Ministerin Tola aber jährlich mindestens im Rahmen eines vollumfänglichen Teuerungsausgleichs steigen.

(http://www.amerika21.de)