Fast 25 Jahre unschuldig hinter Gittern: Amerikaner wieder frei
Mit Anfang 20 soll ein Mann im US-Bundestaat Illinois einen Taxifahrer erschossen haben. Ein Polizist sollen dann ein Geständnis aus ihm herausgeprügelt haben. Weil noch mehr Menschen von ähnlichen Foltermethoden des Beamten berichteten, wurde der nun 46-Jährige freigelassen.
Chicago – Fast 25 Jahre lang hat ein wegen Mordes verurteilter Amerikaner seine Unschuld beteuert - jetzt ist er einem Medienbericht zufolge aus einem Gefängnis im Bundesstaat Illinois entlassen worden. Dem heute 46-Jährigen sei vorgeworfen worden, im Jahr 1990 einen Taxifahrer mit einem Kopfschuss getötet zu haben, berichtete die Zeitung Chicago Tribune am Mittwochabend (Ortszeit).
Shawn Whirl sei daraufhin festgenommen und von einem Polizisten so lange mit Schlägen und einem Schlüsselbund gefoltert worden, bis er vor lauter Schmerzen ein Geständnis abgelegt habe. Im Prozess hatte der Angeklagte demnach aber auf schuldig plädiert, um die Todesstrafe zu vermeiden. Er wurde 1991 zu 60 Jahren Haft verurteilt, die er in der Stadt Galesburg absaß.
Fingerabdrücke im Wagen das einzige Indiz
Im Laufe der Jahre hätten aber zahlreiche andere Menschen von ähnlichen Foltermethoden des Polizisten James Pienta berichtet, der Whirl einst verhört hatte, hieß es in dem Bericht. Ein Berufungsgericht habe daraufhin entschieden, dass es ohne das offenbar erzwungene Geständnis keinen Grund gebe, Whirl festzuhalten.
Einziges Indiz in dem Prozess seien Fingerabdrücke Whirls an dem Taxi gewesen, hieß es. Jedoch habe dieser nie bestritten, in dem Wagen des Opfers gesessen zu haben. „Wenn Du tief in Deinem Herzen weißt, dass Du unschuldig bist - wie kannst Du da aufgeben?“, zitierte ihn die Zeitung nach seiner Freilassung. (APA/dpa)