Die ersten Schritte auf Schnee
Mit sicheren Wanderungen im Hochgebirge ist es nach dem Wintereinbruch vorerst vorbei. Der Stubaier Gletscher und der Besuch der Schaufelspitze ist als kombinierte Ski- und Bergtour eine lohnende Alternative.
Neustift im Stubaital –Es ist Herbst, und irgendwie bekommt man das Gefühl, dass die Natur regelrecht darauf wartet, langsam, aber doch eingeschneit zu werden. Insbesondere in höher gelegenen Regionen. Die bunten Farben der Latschen und Sträucher haben sich zu einem malerischen Wechselspiel vermischt, die uns vertrauten Pfiffe der Murmeltiere sind verstummt.
Eigentlich wollten wir diese Woche allen Lesern noch einen Wandertipp näherbringen. Doch die Schlechtwetterprognose, die im Hochgebirge reichlich Neuschnee brachte, ließ uns vorausblickend auf das bevorstehende Wochenende kurzerhand umdisponieren. Und so entschieden wir uns, den einzig schönen Tag dieser Woche zu nützen, um erstmals unsere Tourenskier aus dem Keller zu holen. Verrückt? Ganz und gar nicht!
Mal ganz ehrlich. Wie viele Skitourenfreunde können es ohnehin kaum mehr erwarten, endlich wieder Schwünge im unberührten Pulverschnee zu ziehen? Pulver im freien Gelände gibt es zwar noch nicht wirklich, dafür einige gut präparierte Pisten am Stubaier Gletscher, die sich herrlich mit einer kurzen Skitour und einem Gipfelsieg verbinden lassen. Kurzerhand entschlossen wir uns daher diese Woche für die Kombination aus Ski- und Bergtour auf die 3333 Meter hohe Schaufelspitze.
So kommt man hin: Wir starten unsere Tour beim Parkplatz der Mutterbergbahn im Stubaital. Von dort geht’s mit der Gondel hinauf zur Bergstation Eisgrat auf 2900 Meter, wo wir auf Schnee treffen.
Wir können es kaum erwarten, die Felle auf unsere Skier zu kleben, die Stöcke in die Hand zu nehmen und endlich loszumarschieren. Das Wetter ist traumhaft. Keine Wolke ziert den Himmel. Schritt für Schritt und schön langsam folgen wir der für diese Jahreszeit traumhaft präparierten Piste in südlicher Richtung nach oben.
Einerseits ein komisches Gefühl, nach einigen Monaten wieder auf der weißen Pracht zu stehen. Andererseits ist die alte Vertrautheit bald zurück.
Immer die Schaufelspitze im Blickfeld, die halblinks vor uns liegt, folgen wir mit Respektabstand zu einigen wenigen Skiläufern am Fuße der Nordwand dem Aufstieg unschwierig hinauf bis zum Schaufeljoch. Etwa 250 Höhenmeter.
Der erste Teil der Tour ist geschafft. Bevor wir ab dem Bergrestaurant Jochdohle zu Fuß den finalen Anstieg zum Gipfelkreuz der Schaufelspitze in Angriff nehmen, genießen wir erstmals den Rundumblick auf die umliegenden Bergzacken.
Vorbei an der Bergkapelle, wo wir übrigens unsere Skier deponieren und welche direkt und unübersehbar am Fuße der Schaufelspitze errichtet wurde, zeigt uns ein etwas schwer erkennbarer Weg den Aufstieg zum bereits sichtbaren Gipfelkreuz.
Der Fußmarsch hinauf ist zwar steil, aber ziemlich leicht. Trittsicher sollte man dennoch sein. Vor allem, wenn man mit seinen Tourenschuhen unterwegs ist. Nach etwa 30 Minuten Gehzeit und knapp 180 Höhenmetern, mit einer unschwierigen Blockkletterei im oberen Bereich, stehen wir auf dem Hausberg des Stubaier Gletschers, der 3333 Meter hohen Schaufelspitze.
Es ist windstill und die Fernsicht könnte ob des traumhaften Herbsttages kaum besser sein. In alle Himmelsrichtungen zeigen sich die mittlerweile schneebedeckten Gipfel wie Zuckerhütl, Wilder Pfaff und viele andere so klar, als sehe man sie durch ein Fernglas.
Wir genießen für eine halbe Stunde den schönen Ausblick, bevor wir zurück zur Bergkapelle absteigen und von dort mit den Skiern zur Bergstation Eisgrat abfahren. Diese Talfahrt ist zwar kurz, dafür sind die Pistenverhältnisse richtig gut. Und diese nützen wir so richtig aus. Auffellen, abfahren, auffellen, abfahren – das ganze Spiel einige Male, um letztendlich noch ein paar Höhenmeter mehr zu sammeln.
Fazit: Mit Wanderungen in höher gelegenen Regionen ist es – zumindest für die nächsten Tage – wohl vorbei. Wer trotzdem Höhenluft schnuppern will, eine Alternative sucht und es überhaupt nicht mehr erwarten kann, sich seine Skier anzuschnallen, liegt mit diesem Tourenvorschlag goldrichtig. (flex)
Informationen zur heutigen Tour
Start, Zwischenziel und Ziel: Eisgrat: 2900 m, Jochdohle: 3150 m, Schaufelspitze: 3333 m, Höhenmeter (einmalig): 433 m
Schwierigkeit: einfach, beim Gipfelanstieg wird Trittsicherheit empfohlen.
Infos zu Pisten und Anlagen unter: www.stubaier-gletscher.com.
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