Flüchtlinge - Betrug mit Versorgungsgeldern: Ermittlung auf Sizilien

Rom (APA) - Ein Skandal um mutmaßlichen Betrug mit Flüchtlingsversorgungsgeldern erschüttert Italien. Die sizilianische Justiz ermittelt run...

Rom (APA) - Ein Skandal um mutmaßlichen Betrug mit Flüchtlingsversorgungsgeldern erschüttert Italien. Die sizilianische Justiz ermittelt rund um das sizilianische Aufnahmezentrum Cara in Mineo bei Catania, dem größten Flüchtlingslager Europas, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ am Donnerstag.

Mitglieder des Konsortiums, das das Aufnahmezentrum betreibt, sollen in den letzten vier Jahren Hunderttausende Euro vom italienischen Staat für Migranten erhalten haben, die die Flüchtlingseinrichtung längst verlassen hatten. Seit 2011 zahlte der italienische Staat für hunderte Menschen 35 Euro pro Tag. Die Ermittlungen dehnten sich zuletzt auch auf die Stadt Agrigent aus, sieben Personen stehen dabei im Fokus, berichtete das Blatt am Donnerstag.

Das Flüchtlingszentrum von Mineo auf Sizilien ist das größte in Europa. Über 4.000 Menschen wurden hier seit 2011 versorgt. Beträchtliche Mittel fließen ihm zu, doch ein Teil des Geldes kommt nicht den Bewohnern der Einrichtung zugute. Das Flüchtlingslager ist bereits in den Sog einer aufsehenerregender Korruptionsermittlung in Rom geraten.

Im Rahmen der römischen Untersuchung „Mafia Capitale“ werfen die Ermittler den Verwaltern des Flüchtlingslagers in Catania Straftaten mafiöser Art vor: Korruption, Störung des Wettbewerbsverfahrens, gefälschte Rechnungsstellung, betrügerische Geldüberweisungen. In die Ermittlungen einbezogen sind mehrere Politiker und Verantwortliche des Aufnahmezentrums auf Sizilien.

Im Juni hatte die Staatsanwaltschaft in Catania Untersuchungen gegen den Staatssekretär im italienischen Landwirtschaftsministerium, Giuseppe Castiglione, eingeleitet, der Ausschreibungen im Zusammenhang mit dem Flüchtlingslager Cara in Mineo manipuliert haben soll. Castiglione wies die Anschuldigungen zurück.


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