Senat in Rom befasst sich mit Legalisierung von Lebenspartnerschaften
Das Thema Lebenspartnerschaften droht zum politischen Zündstoff für die Regierung in Italien zu werden. Die katholischen Verbände und die Opposition sind dagegen.
Rom – Der Senat in Rom hat mit der Überprüfung eines umstrittenen Gesetzes zur Legalisierung eheähnlicher Lebenspartnerschaften begonnen, zu einer Abstimmung wird es aber voraussichtlich erst Anfang 2016 kommen. Italien ist das einzige große EU-Land, das kein Gesetz zur Regelung von Lebenspartnerschaften hat.
Premier Matteo Renzi hatte Druck auf das Parlament gemacht, damit dem Gesetzentwurf für die Legalisierung eheähnlicher Lebenspartnerschaften Priorität eingeräumt werde. „Lebenspartnerschaften sind ein stark umstrittenes Thema. Ich hoffe, dass das Parlament diese Frage ohne ideologische Spannungen diskutieren und eine Synthese finden wird. Hauptsache, das Gesetz wird verabschiedet“, kommentierte Renzi.
Das Thema Lebenspartnerschaften droht zum politischen Zündstoff für die Regierung zu werden. Renzis Koalitionspartner, die Rechtspartei NCD um Innenminister Angelino Alfano, wehrt sich vor allem gegen die sogenannte „Stepchild-Adoption“, die Homosexuellen das Recht gewähren soll, das leibliche Kind des Partners zu adoptieren. Alfano betrachtet diesen Passus des von PD eingereichten Gesetzentwurfs als Attacke gegen die traditionelle Familie und drängt auf dessen Streichung.
Die Verfasserin des Gesetzentwurfs Monica Cirinna bleibt dagegen hart. „Die Stepchild-Adoption bleibt, wir werden die Stimmen suchen, damit sie durchgesetzt werden kann“, kommentierte Cirinna.
Gegen die Gesetzesinitiative der Regierung zur rechtlichen Anerkennung der Lebenspartnerschaften antworten katholische Verbände mit einem neuen „Family Day“. Der Präsident des Förderungskomitees des „Familientags“, Massimo Gandolfini, plant erneut eine Massendemo zugunsten der auf Mann und Frau gegründeten Ehe in Rom wie bereits im vergangenen Juni. Hunderttausende waren damals auf die Straße gegangen, um für die traditionelle Familie zu demonstrieren. (APA)
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