Innsbruck-Land

Neue Heimat für alte Fahrzeuge

© Witting

Zwei neue Feuerwehrautos für Kroatien wurden gestern in Telfs übergeben.

Von Marco Witting

Telfs –Eine große Portion „Wehmut“ war durchaus dabei, wie der Oetzer Feuerwehrkommandant Markus Schennach gestand. Und auch wenn das neue Feuerwehrauto längst im Ötztal in der Garage steht, der Abschied vom alten Tanklöschfahrzeug fiel der Abordnung samt Bürgermeister Hansjörg Falkner nicht leicht. „31 Jahre. Wenige Kilometer, aber sehr viele Einsatzstunden“, fassten die Ötztaler die Geschichte ihres liebgewonnenen Fahrzeugs zusammen. Ihr Trost: In Kroatien erhält das alte Fahrzeug eine neue Heimat – genauso wie jenes, das die Freiwillige Feuerwehr Münster gestern übergab.

Knapp 60 Tiroler Feuerwehrfahrzeuge wurden mittlerweile nach Kroatien und in den Kosovo gebracht. Als Teil der „Hilfe zur Selbsthilfe“, wie es Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl nennt. Projektkoordinator Peter Logar und der ehemalige Landeskommandant Klaus Erler setzen sich nämlich nicht nur dafür ein, dass ausrangierte Feuerwehrautos ins Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens geschickt werden. „Wir haben aktuell auch 21 Feuerwehrkommandanten in der Landesfeuerwehrschule zu Gast. Für die gibt es eine fünftägige Schulung für Führungskräfte und auch an den Geräten, die jetzt in die Region gehen“, sagt Landesfeuerwehrinspektor Alfons Gruber. Beide Seiten würden von dieser Hilfsaktion profitieren, sind die Tiroler überzeugt. „Schon allein das Improvisationstalent der Kameraden aus Kroatien hat einige unserer Kommandanten überrascht.“

Tomislav Stokic ist in seiner kroatischen Heimat Kommandant. Und er sagt: „Ohne die Hilfe aus Tirol hätten wir das, was wir in sechs, sieben Jahren geschafft haben, nicht in 30 Jahren geschafft. Darum sagen wir ganz herzlich danke.“ Es würden eben nicht nur ziellos alte Feuerwehrautos in seine Heimat geschickt, sondern dies geschehe alles mit Struktur und einem Plan.

Als Vertreter des Landes sagte Landtagsvize Anton Mattle, dass neben den Feuerwehren auch die Gemeinden einen großen Teil zum Projekt beitragen. „Statt für die Anschaffung des neuen Fahrzeuges noch ein paar Euro durch den Verkauf zu lukrieren, haben sich die Gemeinden bereit erklärt, bei dieser guten Sache mitzumachen.“

Die Fahrzeuge, oft noch bestens in Schuss, werden in Tirol nach rund 25 bis 30 Jahren ausgetauscht, weil sie nicht mehr den technischen Anforderungen entsprechen würden. „Aber die sind oft noch sehr gut beisammen, weil unsere Kameraden immer auf die Fahrzeuge sehr genau schauen“, sagt Hölzl.