Kroatien protestiert wegen Besuchs von MOL-Chef in Österreich

Zagreb/Wien (APA) - Kroatien will bei Österreich protestieren, weil der Chef des ungarischen Ölkonzerns MOL, Zsolt Hernadi, trotz einer Inte...

Zagreb/Wien (APA) - Kroatien will bei Österreich protestieren, weil der Chef des ungarischen Ölkonzerns MOL, Zsolt Hernadi, trotz einer Interpol-Fahndung ein Geschäftstreffen im Wien absolviert hat. Innenminister Ranko Ostojic kündigte am Donnerstag an, deswegen eine Protestnote an Österreich zu schicken. In Deutschland soll ebenfalls eine Protestnote eingereicht werden.

Hernadi steht wegen einer kroatischen Korruptionsanklage auf der Interpol-Fahndungsliste. Die kroatischen Behörden wollen nun bei Österreich und Deutschland um Erklärungen ansuchen, weshalb einem gültigen internationalen Haftbefehl nicht nachgekommen worden sei, sagte Ostojic laut Medienberichten.

Gestern (Mittwoch) traf Hernadi im Wien mit OMV-Chef Reinhard Seele zusammen. In den vergangenen Monaten war er auch mehrmals in Deutschland gewesen, wie der Ölkonzern gegenüber der kroatischen Nachrichtenagentur Hina bestätigte. Laut einem MOL-Pressesprecher hielt sich Hernadi legal in Österreich auf.

In Kroatien wird Hernadi beschuldigt, Ex-Ministerpräsident Ivo Sanader mit 10 Mio. Euro bestochen zu haben, um MOL die Führung der INA zu überlassen, obwohl MOL nicht die Aktienmehrheit hatte. Sanader wurde wegen der Annahme von Bestechungsgeldern von MOL bereits rechtskräftig verurteilt. Allerdings hob das Verfassungsgericht heuer im Juli das Urteil wegen Prozessfehlern auf und ordnete eine Neuaufrollung des Prozesses an.

~ ISIN HU0000068952 ~ APA397 2015-10-15/14:41