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Scorsese: Der Altmeister des neuen Hollywood

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Innsbruck – „Um Regie zu führen, braucht man Bescheidenheit“, heißt es in dem Klassiker „Stadt der Illusionen“ aus dem Jahr 1952. Diese Film...

Innsbruck –„Um Regie zu führen, braucht man Bescheidenheit“, heißt es in dem Klassiker „Stadt der Illusionen“ aus dem Jahr 1952. Diese Filmszene eröffnet die cineastische Spurensuche in „Eine Reise mit Martin Scorsese durch den amerikanischen Film“. Der Dokumentarfilm wurde im Jahr 1995 anlässlich des 100. Geburtstags des Kinos produziert. Die sehr persönliche Reise führt von der Stummfilmära bis zum Undergroundkino der 60er-Jahre. Und gleich die eingangs erwähnte Szene zieht den Zuschauer in den Bann. Die sinnliche Überwältigung des kleinen Martin, der als Vierjähriger von seiner Mutter in den Film „Duell in der Sonne“ mitgenommen wird, wird für den Seher beinahe greifbar. „Besessen von Film“ sollte das Kind schließlich zu einem der bedeutendsten Regisseure des Neuen Hollywood heranwachsen. Der Kultursender Arte zollt dem Regisseur ab heute Abend mit sechs Spielfilmen (bis 26.10, jeweils 20.15 Uhr) und der Doku (in drei Teilen, ab heute, 22.30 Uhr) Respekt. Neben Leonardo di Caprio ist Scorseses Werk untrennbar mit Robert De Niro verbunden. Er ist in den Mafiafilm-Klassikern „Hexenkessel“(1973) und „Good Fellas – Drei Jahrzehnte der Mafia“ (1990) zu sehen. Der vielfältige Regisseur versuchte sich aber auch an einem Kostümfilm: „Zeit der Unschuld“ entstand 1993, während das Musical Noir „New York, New York“ im Jahr 1977 das Publikum erstaunte. Zwei Jahre zuvor brillierte De Niro als Vietnam-Veteran in Scorseses Kultfilm „Taxi Driver“. „King of Comedy“ (1983) schließt den Filmreigen ab. Möchtegern-Komiker Rupert Pupkin (Robert De Niro) ist ein typischer Scorsese-Held: Denn allen Figuren sei gemein: „Sie wollen nach oben – und dazu ist ihnen jedes Mittel recht“, schrieb der Filmtheoretiker Georg Seeßlen. „Sie verraten Ideale, Freunde und Familie“, heißt es in „Film. Band 6“ über einen der bedeutendsten Regisseure des Gegenwartskinos. Davon kann sich der Seher ab heute selbst ein Bild machen. (sire)