Flüchtlinge - Sehr starker Andrang am Salzburger Hauptbahnhof
Salzburg (APA) - Die Lage am Salzburger Hauptbahnhof hat sich am Donnerstag gegen 16.30 Uhr laut einer Aussendung der Stadt dramatisch zuges...
Salzburg (APA) - Die Lage am Salzburger Hauptbahnhof hat sich am Donnerstag gegen 16.30 Uhr laut einer Aussendung der Stadt dramatisch zugespitzt. Der Zustrom an Flüchtlingen hielt an, obwohl die drei Notquartiere an der Grenze, in der ehemaligen Autobahnmeisterei Lieferung und der Bahnhofsgarage bereits voll ausgelastet waren. Als letzte Notmaßnahme drohe eine Sperre des Bahnverkehrs aus Sicherheitsgründen.
„Derzeit halten sich in der Bahnhofshalle etwa 150 Flüchtlinge auf, etwa weitere 300 Menschen harren in der Lastenstraße im Freien aus. Diese Flüchtlinge müssen im Bahnhofsbereich untergebracht werden“, betonte ein Sprecher der Stadt. Die Einsatzleitung sei an Ort und Stelle und berate über die weitere Vorgehensweise. Die Situation sei angespannt wie kaum zuvor - auch weil am Bahnhof Fluchtwege frei bleiben müssen und der Zugang zu den Bahnsteigen gewährleistet sein müsse.
ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel sah die Situation im Gespräch mit der APA unterdessen weniger dramatisch. „Problematisch dürfte es erst werden, wenn in den nächsten Stunden viele weitere Flüchtlinge am Bahnhof ankommen. Ist das der Fall, müsste man Maßnahmen ergreifen, um die Menschen weg von den Bahnsteigen und Fluchtwegen zu bekommen. Ich gehe derzeit aber nicht von einer Sperre aus.“
Am Donnerstagnachmittag waren zahlreiche Flüchtlinge neu in Salzburg angekommen. Gleichzeitig funktionierte die Weiterreise nach Bayern nur sehr eingeschränkt. Die deutschen Behörden hatten die Übernahme von Flüchtlingen zwischen Mittag und 16.00 Uhr zeitweise völlig eingestellt, unter anderem wegen Verzögerungen beim Weitertransport und einem Verkehrsunfall, wie ein Sprecher des Berchtesgadener Landratsamts zur APA sagte.
Vonseiten des Landes hieß es am Abend zur APA, dass in der vergangenen Stunde rund 50 Personen die Grenze nach Deutschland passieren konnten. „Wie dramatisch die Situation am Bahnhof wird, hängt davon ab, wie viele Menschen heute noch nachkommen.“
Kommentare