Schottlands Regierungschefin gegen rasches Unabhängigkeitsreferendum

Aberdeen (APA/AFP) - Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat ihre Partei vor der Regionalwahl im nächsten Mai auf Sieg eingesch...

Aberdeen (APA/AFP) - Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat ihre Partei vor der Regionalwahl im nächsten Mai auf Sieg eingeschworen, zugleich aber Hoffnungen auf ein rasches Abhalten eines neuen Unabhängigkeitsreferendums gedämpft.

Zum Auftakt des Parteitags ihrer Schottischen Nationalpartei (SNP) am Donnerstag in Aberdeen sagte Sturgeon, das Ergebnis der Abstimmung über die Unabhängigkeit vor rund einem Jahr müsse „respektiert“ werden. Damals hatten sich 55 Prozent der Schotten in einer Volksabstimmung gegen die Loslösung von Großbritannien ausgesprochen.

Vor den Delegierten ihrer Partei sagte Sturgeon nun, sie denke, dass die Unterstützung für die Unabhängigkeit in den nächsten Jahren zunehmen werde. Wenn klar sei, dass die Menschen ihre Ansicht geändert hätten, „dann haben wir kein Recht, ein Referendum (zur Unabhängigkeit) auszuschließen“, sagte die 45-Jährige. Zugleich machte sie deutlich: „Ich glaube mit ganzem Herzen daran, dass Schottland ein unabhängiges Land sein sollte.“

Bei der regionalen Parlamentswahl im Mai will die SNP ihre absolute Mehrheit ausbauen. Die Partei hatte bei der britischen Parlamentswahl im vergangenen Mai einen Erdrutschsieg in Schottland errungen. Sie gewann 56 der 59 Schottland zustehenden Mandate.

Die Unterstützung für die EU ist in Schottland traditionell stärker als in England. Der britische Regierungschef David Cameron will vor dem Jahr 2017 ein Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU abhalten. Sturgeon sagte dazu, sollten die englischen Wähler für einen Austritt aus der EU stimmen, dann würde es in Schottland eine „Welle der Wut“ geben.