Ungarn - Kampf der Oligarchen um TV2
Budapest (APA) - Als den „Kampf der Oligarchen“ betiteln ungarische Medien am Donnerstagabend den Kauf der ungarischen TV2-Group. Nachdem es...
Budapest (APA) - Als den „Kampf der Oligarchen“ betiteln ungarische Medien am Donnerstagabend den Kauf der ungarischen TV2-Group. Nachdem es am Donnerstagvormittag noch hieß, Andrew Vajna, enger Vertrauter des rechtskonservativen ungarischen Premiers Viktor Orban, habe den zweitgrößten ungarischen Privatsender gekauft, wurde dies Stunden später aus dem Kreis des Ex-Vertrauen von Orban dementiert.
Laut dem Portal Nol.hu. habe Karoly Fonyo, ein enger Vertrauter von Bau- und Medienunternehmer Lajos Simicska, in einer Aussendung erklärt, seine Firma, die Megapolis Media Zrt., hätte den 100-prozentigen Geschäftsanteil der TV2 Media Group Holdings GmbH bereits am 13. Oktober erworben und sei damit indirekt Eigentümer des Mediendienstleisters geworden. Zugleich hätte die Megapolis Media Zrt. am Donnerstag mit sofortiger Wirkung zwei Geschäftsführer der TV2-Group entlassen, da sie den Vertrag über den Verkauf des Kommerzsenders TV2 ohne Zustimmung des Eigentümers unterzeichnet hätten.
Andrew Vajna hätte sich verrechnet, schreiben die Medien. Vajna hätte wissen müssen, dass die Megapolis Media Zrt. des Simicska-Vertrauten Fonyo über einen Optionsvertrag hinsichtlich des Kaufes des den Sender betreibenden Unternehmens verfügte. Nun hätte Fonyo von seinem Kaufrecht Gebrauch gemacht, der zugleich jedoch mit einem langen Rechtsstreit rechne.
Mit dem Kauf der TV2-Group durch das Vajna-Unternehmen Magyar Broadcasting Co. GmbH wäre TV2 unter Kontrolle von Orban geraten, der Vajna 2011 zum Regierungsbeauftragten für die Filmindustrie machte. Simicska hingegen, einer der reichsten Männer Ungarns, hatte Orban im Frühjahr den „totalen Krieg“ erklärt. Orban hatte mehrfach öffentlich betont, der Einfluss seines bisherigen Freundes sei zu groß geworden und entfernte 2014 zahlreiche Vertraute Simicskas von Regierungsposten. Wenn die Ankündigung der Megapolis Media Zrt. über den Kauf der TV2-Group den Tatsachen entspräche, würde im „Privatkrieg“ zwischen Simicska und Orban ein neues Kapitel eröffnet, schreibt das Portal Nol.hu.
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