Sorge um Regenwaldschutz und bedrohte Indianer in Brasilien
Brasilia (APA/dpa) - Umweltschutzorganisationen beobachten mit Sorge eine zunehmende Repression gegen indigene Völker im brasilianischen Ama...
Brasilia (APA/dpa) - Umweltschutzorganisationen beobachten mit Sorge eine zunehmende Repression gegen indigene Völker im brasilianischen Amazonasgebiet. Vertreter der Ka‘apor-Indianer berichten von Drohungen gegen ihre Anführer und von bewaffneten Männern, die in dem eigentlich staatlich geschützten Gebiet illegal wertvolles Tropenholz schlagen. Zudem sei eine Ka‘apor-Siedlung durch Brandstiftung gefährdet worden.
„Die Situation ist angespannt, und trotz Beschwerden der Ka‘apor schreiten die Behörden nicht ein, um die Gewalt zu unterdrücken“, kritisierte Greenpeace. Die rund 2.000 Ka‘apor leben auf einer Fläche im Bundesstaat Maranhao, die doppelt so groß ist wie Vorarlberg. Acht Prozent des Gebiets wurden bereits gerodet, zudem sind nach Stammesangaben seit 2011 vier Indianer umgebracht worden. Trotz einiger Gegenmaßnahmen wurde die illegale Holzfällerei offensichtlich noch einmal ausgeweitet.
Zurzeit gibt es in Brasilien zudem Gesetzesinitiativen, mit denen geschützte Territorien der indigenen Bevölkerung für Bergbau oder Landwirtschaft freigegeben werden sollen. Durch die Wirtschaftskrise in Brasilien wächst der Druck, neue Ertragsquellen zu erschließen. Kritisiert wird zudem, dass Präsidentin Dilma Rousseff erst bis 2030 die illegale Abholzung auf null zurückfahren will. Das Amazonasgebiet gilt wegen der Bindung von viel Kohlendioxid als wichtiger Regulator für das Klima.
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