Innsbruck

BBT-Arbeiten: Eine Brücke ins Nirgendwo

Unmittelbar neben der Olympiabrücke entstand eine weitere, kleine Brücke.
© Andreas Rottensteiner / TT

Von außen weitgehend unbemerkt schreiten die Bauarbeiten für den Brennerbasistunnel voran. Die Beinahe-Fertigstellung einer Brücke ist ein Hinweis.

Innsbruck –Ein Rätsel mitten in Innsbruck: Eine kleine Brücke nur wenige Meter südlich der Olympiabrücke – wozu braucht es sie? Und warum endet sie scheinbar im Nichts? Auf der einen Seite verhindern Betonleitwände die Zufahrt– auf der anderen bildet eine meterhohe Böschung das Ende, darunter parken Pkw. Immer wieder bleiben Passanten verwundert neben dem Bauwerk stehen.

Dass es sich dabei um einen Schildbürgerstreich handelt, wird jedoch dementiert: Die Brücke wurde eigens für den Brennerbasistunnel errichtet. Für die Bauarbeiten im Bereich der Sillschlucht in Innsbruck wird eine neue Zufahrt zum Gewerbegebiet St. Bartlmä und zum Gelände des Frachtenbahnhofes benötigt. „Die Laster mit dem Aushubmaterial müssten sonst durch das dortige Wohngebiet fahren“, informiert die für Tiefbau zuständige Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider. Die Brücke soll also die Verkehrsbelastung für die Anrainer in dem ohnehin stark von Schwerverkehr frequentiertem Gebiet verringern. Die fehlende Rampe wird allerdings erst 2016 gebaut.

Die Bauarbeiten für den Brennerbasistunnel schreiten unterdessen voran. Vor wenigen Wochen nahm die erste Tunnelbohrmaschine auf österreichischem Projektgebiet auf der Baustelle Ahrental ihren Betrieb auf und gräbt sich seither in Richtung Brenner durchs Gestein. Das Interesse an dem Projekt ist groß, am Tag der offenen Tür bei der Tunnelbaustelle in Mauls in Südtirol wurden 2800 Besucher gezählt. Für andere ist meist nur durch Tafeln „Hier entsteht der Brennerbasistunnel“ entlang der Autobahn ersichtlich, dass unterirdisch gerade ein riesiges Tunnelsystem im Entstehen ist. Baustellenbesichtigungen sind aber möglich.

Während die Brennerbasistunnel-Gesellschaft BBT-SE die ingenieurstechnische Pionierleistung des Milliarden-Projekts hervorhebt, sprechen Kritiker von einer sinnlosen Investition und Verschwendung von Steuergeldern, sollte es keine verordnete Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene geben. (ms)

Die Brücke endet im Nichts, die Rampe fehlt noch.
© Andreas Rottensteiner / TT