Steinmeier ruft Syrien-Konfliktparteien zur Zusammenarbeit auf

Berlin (APA/AFP) - Unmittelbar vor seiner Reise in den Iran und nach Saudi-Arabien hat der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (S...

Berlin (APA/AFP) - Unmittelbar vor seiner Reise in den Iran und nach Saudi-Arabien hat der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) an die am Syrien-Konflikt beteiligten Staaten appelliert, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Es werde keinen Frieden geben, „wenn wir die Verantwortlichen der am Konflikt Beteiligten, in Syrien und aus der Region, nicht ins Boot kriegen“.

Das sagte Steinmeier der „Bild“-Zeitung vom Freitag. Die USA und Russland, aber auch die Türkei, Saudi-Arabien und Iran müssten „an einen Tisch“ kommen. Direkte Kontakte mit dem syrischen Staatschef Bashar al-Assad schloss Steinmeier aus.

Bei einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung ging Steinmeier am Donnerstagabend vor allem auf die Rolle des Iran und Saudi-Arabiens ein. Die beiden Rivalen müssten „ihren tiefen Spalt überwinden“, forderte er. „Wir brauchen beide Partner, damit eine Perspektive für eine politische Lösung in Syrien überhaupt entstehen kann.“

In der „Bild“ wies Steinmeier Kritik an seiner Reise in den Iran und Saudi-Arabien zurück. „Außenpolitik heißt nicht, in der Kuschelzone zu verharren“, sagte Steinmeier dem Blatt. „Es geht auch gar nicht darum, wen wir mögen und wen nicht. Sondern darum, wer einen Beitrag dazu leisten kann, einen Konflikt zu entschärfen“, sagte der Minister.

Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, verwies im RBB-Inforadio ebenfalls auf die Bedeutung des Iran bei der Lösung regionaler Konflikte. „Die ganze Region ist im Aufruhr. Ohne die regionale Großmacht Iran wird hier wenig zu bewerkstelligen sein“, sagte Ischinger. Deshalb sei er der Meinung, dass jetzt mit Teheran geredet werden müsse. Es gehe darum, „auszuloten, ob es Chancen gibt, mittel- und langfristig in der einen oder anderen Frage zusammenzuarbeiten“.

Dem „Tagesspiegel“ sagte Ischinger, das Atomabkommen mit dem Iran habe den Weg freigemacht, um nun „einen breiteren Dialog mit Teheran über die bedrohlichen Krisen im Nahen und Mittleren Osten zu beginnen“.

Steinmeier besucht ab Samstag den Iran, Saudi-Arabien und schließlich Jordanien. Am Samstag nimmt er zudem an einer Tagung der sogenannten „Core Group“ der Münchner Sicherheitskonferenz teil, die erstmals in Teheran tagt.